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Zentralrat der Muslime wirft AfD Panikmache vor

Über den Familiennachzug würden keine zwei Millionen Flüchtlinge nach Deutschland kommen, sondern nicht mehr als 120.000

  • Lesedauer: 2 Min.

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Heilbronn. Die Mehrheit der muslimischen Flüchtlinge wird nach Einschätzung des Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime (ZdM), Aiman Mayzek, nicht dauerhaft in Deutschland bleiben. »Von den etwa 800.000 Flüchtlingen muslimischen Glaubens, die seit 2015 nach Deutschland gekommen sind, wird mehr als die Hälfte wieder in ihre Heimatländer zurückkehren«, sagte Mayzek der »Heilbronner Stimme« am Montag. Sorgen vor einer Islamisierung Deutschlands bezeichnete der ZdM-Vorsitzende als »Panikmache«.

Von den angekommenen muslimischen Flüchtlingen seien »vielleicht maximal 30 Prozent religiös«, sagte Mayzek. »Man verortet die Gruppe nur über ihre Religion: die Nationalität, Kultur oder andere Identitäten werden ausgeklammert«, kritisierte der ZdM-Vorsitzende.

Obwohl die größte Einwanderergruppe der vergangenen Jahre aus Polen kam, werde in Deutschland nur über Muslime gesprochen. »Jeder Vierte in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Aber nur ein viel kleinerer Anteil sind Muslime«, hob Mayzek hervor.

Der AfD warf der ZdM-Vorsitzende vor, beim Thema Familiennachzug mit »völlig utopischen Zahlen« Ängste zu schüren. Die Partei hatte gewarnt, im kommenden Jahr könnten allein deswegen zwei Millionen weitere Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Für Mayzek ist diese Zahl viel zu hoch angesetzt. »80.000 bis 120.000 Familiennachzüge werden tatsächlich erwartet«, sagte der ZdM-Vorsitzende.

Generell sei den Deutschen viel von anfänglicher Neugier gegenüber Einwanderern abhanden gekommen. »In den Köpfen haben sich Angst und Alarmismus bei den Themen Islam, Migration und Andersartigkeit eingeschlichen«, sagte er. Dazu trage auch ein negatives Bild über den Nahen Osten sowie Nachrichten über islamistische Anschläge bei. »Die Neugier auf das Neue, Fremde, was meist bereichert, bleibt auf der Strecke.«

Dennoch gebe es auch zahlreiche Beispiele für positive Entwicklungen. So würden viele Arbeitgeber Andachtsräume einrichten und so auf ihre muslimischen Mitarbeiter zukommen. Auf der anderen Seite könnte die muslimische Gemeinde Impulse für einen stärkeren Familiensinn geben, den viele Deutsche vermissten. »Das ist vielleicht am Anfang anstrengend, aber so schafft man einen Mehrwert - materiell und immateriell«, sagte Mayzek. AFP/nd

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