Werbung

Unschuldig, wie immer

Der freigesprochene Sänger von »Feine Sahne Fischfilet« hätte gar nicht angeklagt werden dürfen

  • Von Katharina Schwirkus
  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Jan Gorkow war die Erleichterung über seinen Freispruch und die für zwei weiteren mit ihm angeklagten Antifaschisten am Montagabend anzusehen. »Unschuldig!«, rief der Sänger der Punkband »Feine Sahne Fischfilet« UnterstützerInnen zu, als er aus dem Gerichtssaal trat. Diese Reaktion ist in einem Video zu sehen, welches seine Band kurz nach dem Bekanntwerden des Urteils des Amtsgerichts Güstrow ins Internet stellte. Gorkow, der auch Monchi genannt wird, äußert sich in dem Video zudem vor und nach der Urteilsverkündung ausgiebig zu den Vorwürfen gegen ihn und die anderen Angeklagten.

Feine Sahne Fischfilet: Freispruch in Güstrow für Monchi

Der 29-Jährige hatte sich vor Gericht verantworten müssen, weil er sich am Rande einer Demonstration im Jahr 2015 in Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern schützend vor Flüchtlinge gestellt hatte, die von etwa 20 Nazis angegriffen wurden. Ein Polizist hatte Gorkow ursprünglich beschuldigt, einen Stuhl geworfen zu haben, konnte sich in seiner Vernehmung jedoch nicht mehr erinnern und verstrickte sich zudem in Widersprüche. Ein weiterer Polizeizeuge hatte ausgesagt, keine Gewalttätigkeiten der Angeklagten gesehen zu haben. Gorkows Anwalt kritisierte das Verfahren, aufgrund der umfassenden Foto- und Videobeweise von der Demonstration, die seinen Mandanten entlasteten, hätte es gar nicht erst aufgenommen werden dürfen.

Gorkow, der selbst aus dem mecklenburg-vorpommerischen Jarmen stammt, kritisierte, dass zunächst alle Verfahren gegen die Nazis fallen gelassen wurden, obwohl Fotos von der Demonstration sie bei Gewalttaten zeigten. »Wir reden hier nicht von irgendwelchen unbekannten Faschobratzen, sondern von stadtbekannten Neonazis«, erläutert der Sänger in dem Video. Zu den Vorwürfen gegen ihn sagte Monchi: »Schlussendlich ist das, was mir und den anderen Angeklagten hier passiert, genau das, was Leuten, die sich diesem Rechtsruck in Deutschland entgegensetzen, ständig passiert. Der Staat verharmlost Nazi-Gewalt.«

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen