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Übersetzt

Etymologie »Weihnacht«

Nach Auffassung eines Kulturexperten hat ein Minnesänger vor rund 850 Jahren den Ausdruck »Weihnacht« in den deutschen Wortschatz eingeführt. Damals wurde der Begriff »wihe naht« im Sinne einer »heiligen Nacht« in zwei mittelhochdeutschen Texten, einer Predigtsammlung und im Minnesang, erstmals verwendet, sagte der Leiter des Städtischen Museums Bruchsal, Thomas Adam. Der auch heute stark emotional besetzte Ausdruck sei wohl eine direkte Lehnübersetzung des lateinischen »nox sancta«.

Um 1170 habe der Burgherr der Burg Weiler auf dem Steinsberg, der Edelfreie Werinhard, einem fahrenden Sänger Aufnahme gewährt. Der Sänger Spervogel lobte seinen Gönner überschwänglich in einem Lied - und verwendet in denselben Versen auch den Begriff »wihe naht«, erläutert Adam, der Autor zahlreicher Veröffentlichungen zu historischen Themen der Region Nordbaden ist. Der Text laute wörtlich: »Er ist gewaltic unde starc, der ze wihen naht geborn wart.« Gemeint sei damit Jesus Christus, erläutert Adam. Hier werde der Weihnachtsbegriff in seinem eigentlichen religiösen Sinne verwendet, als das Fest der Geburt des Heilands und als ein Moment der Hoffnung und Rettung durch einen mächtigen Erlöser.

1867 habe der Komponist Friedrich Robert Volkmann die Spruchdichtung Spervogels aufgegriffen. epd/nd

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