Ende einer unrühmlichen Einrichtung

Das Jugoslawien-Tribunal schließt nach fast einem Vierteljahrhundert seine Pforten

  • Von Hannes Hofbauer, Wien
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.
Die Arbeit des Jugoslawien-Tribunals wird am 31. Dezember offiziell beendet, am 20. Dezember findet ein Festakt dazu statt: Fast 25 Jahre lang saßen die beiden Chefankläger Carla Del Ponte und Serge Brammertz insgesamt mehr als 50 Richtern und 161 Angeklagten gegenüber. Der spektakulärste Fall des aus Belgrad entführten früheren serbischen Präsidenten Slobodan Milošević konnte nicht abgeschlossen werden; er starb in der Untersuchungshaft. 900 Beschäftigte müssen sich im kommenden Jahr einen neuen Job suchen.

Gegründet wurde der »Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien« (ICTY) im Mai 1993. Mitten in den blutigsten Monaten des bosnischen Völkerschlachtens beschloss die UNO erstmals seit ihrem Bestehen, einen Ad-hoc-Gerichtshof einzurichten. Vielen mögen die Nürnberger Prozesse gegen die Nazi-Verantwortlichen als Vorbild gedient haben. Das Jugoslawien-Tribunal scheiterte verglichen damit kläglich. Vor Ort war und i...


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