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Einigung mit Tücken

Sebastian Weiermann über den Standortsicherungsvertrag bei ThyssenKrupp

  • Von Sebastian Weiermann
  • Lesedauer: 2 Min.

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Wie die nähere Zukunft für die Mitarbeiter von ThyssenKrupp aussieht, ist seit Donnerstag klar: Bis 2026 wird es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Kurz vor Weihnachten dürfte die Einigung, unter welchen Bedingungen die Fusion mit Tata Steel ablaufen soll, bei vielen Arbeitern für Erleichterung sorgen. Für eine gewisse Zeit ist ihre Zukunft gesichert. Dank der relativ guten Nachrichten kann man sich in Ruhe um die Festtage kümmern.

Wenn es allerdings im Januar um die Zustimmung aller Standorte des Konzerns zu dem Kompromiss geht, könnte die Freude schon vorbei sein, denn die Einigung weist einige Tücken auf. Für »Betriebsteile« an mehreren Standorten soll bis Ende 2020 eine Wirtschaftlichkeitsprüfung durchgeführt werden. Hier könnten also Kündigungen durch die Hintertür drohen.

Auch die Montanmitbestimmung konnten die Arbeitervertreter nur für wenige Jahre sichern. Zudem verpflichtet sich ThyssenKrupp, sechs Jahre lang 50 Prozent an dem Joint Venture zu halten. Was dann passiert, ist unklar, denn bei der Frage des Firmensitzes konnten sich die Mitarbeiter nicht durchsetzen. Der Konzern wird in den Niederlanden ansässig sein, nicht mehr im Ruhrgebiet.

Auch wenn die Arbeiter dem Kompromiss im Januar wohl zustimmen werden - er hat einen üblen Beigeschmack: Die Montanmitbestimmung wird wohl doch geschleift, und Jobsicherheit gibt es nur auf Zeit.

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