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Nur die Norm zählt

Die deutschen Skilangläufer schauen bei der Tour de Ski nicht in Richtung Podest, sondern nach Pyeongchang

  • Von Gerald Fritsche, Lenzerheide
  • Lesedauer: 3 Min.
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Stefanie Böhler will mal wieder bei der Tour die Norm erfüllen.
Stefanie Böhler will mal wieder bei der Tour die Norm erfüllen.

Der Leistungsdruck ist enorm. Während sich viele Sportler gemütliche Weihnachtsfeiertage auch mal mit nicht leistungssportgerechter Ernährung gönnten, ging es im Lager der deutschen Skilangläufer alles andere als ruhig und besinnlich zu. Vor dem Start der zwölften Tour de Ski an diesem Sonnabend in Lenzerheide musste hart gearbeitet werden, um in besserer Form als zuletzt gezeigt das Sieben-Etappen-Rennen aufnehmen zu können. Denn die Tour ist eine der letzten Möglichkeiten für die Läufer des Deutschen Skiverbands (DSV, die Olympianorm zu erfüllen. Bislang haben dies nur Sandra Ringwald und Nicole Fessel geschafft.

Einmal unter die besten Acht oder zweimal Top-15: Der DSV lässt an dieser Norm nicht rütteln. »Unsere Zielvorgaben und die Nominierungskriterien des DOSB sind klar formuliert«, betont der Sportliche Leiter Andreas Schlütter. Was bedeutet: Keine Norm, keine Olympiateilnahme. Die Athleten sollten sich also auch lieber nicht darauf verlassen, dass der DSV in jedem Fall die Staffelwettbewerbe in Pyeongchang besetzen wird.

In den nächsten kommenden Wochen haben alle Athleten die Chance, sich zu qualifizieren. Und die Olympiakandidaten bekommen bei der Tour de Ski goldene Gelegenheiten dazu. Für die Sprinter Hanna Kolb, Sebastian Eisenlauer oder Thomas Bing gibt es in Abwesenheit einiger Stars in Lenzerheide und Oberstdorf gute Möglichkeiten. Distanzläuferinnen wie Stefanie Böhler, die zum zwölften Mal eine Tour de Ski in Angriff nimmt, Katharina Hennig oder Victoria Carl sowie Andreas Katz, Jonas Dobler, Florian Notz und Lucas Bögl bei den Männern können sich vor allem bei den Massenstartrennen in Oberstdorf und Val di Fiemme oder der Verfolgung in Lenzerheide in Szene setzen.

»Wir werden keine Gedanken an die Gesamtwertung verschwenden. Es geht nur um die Platzierungen bei den einzelnen Etappen«, sagt Schlütter, der auch viele junge Athleten um die Weltcupdebütantin Pia Fink und Juniorenweltmeister Janosch Brugger an den Start bringt. Sie sollen sich schon jetzt an die Anforderungen im Hinblick auf die Heim-WM 2021 in Oberstdorf gewöhnen.

Sie können ohne Druck die Tour in Angriff nehmen, für die Olympiakandidaten sollten die Wettbewerbe keine zusätzliche Belastung sein. »Klar wäre es schöner gewesen, wenn wir schon vor Weihnachten gute Platzierungen geholt hätten. So aber mussten wir fast alle die Spannung hochhalten und das kann auch positiv sein«, sagt Steffi Böhler. Die routinierte Schwarzwälderin ist diese Situation gewöhnt. Zuletzt erfüllte sie immer erst auf den letzten Drücker die internen Normen zur Teilnahme an Großereignissen.

Wegen Olympia verzichten zahlreiche Stars wie die früheren Toursieger Marit Björgen, Peter Northug (beide Norwegen), Charlotte Kalla (Schweden) oder die in dieser Saison mehrfach erfolgreichen Stina Nilsson (Schweden) und Johannes Kläbo (Norwegen) auf die Tournee. So könnte Norwegens Heidi Weng ihren Vorjahreserfolg wiederholen, wobei mit der Österreicherin Theresa Stadlober eine Geheimfavoritin lauert. Bei den Männern geht der Gesamtsieg nur über Vorjahressieger Sergej Ustjugow oder einen seiner russischen Teamkollegen und den Norweger Martin Johnsrud Sundby, der die Tour de Ski bereits zweimal gewann und im vergangenen Jahr Zweiter war. dpa/nd

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