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Schwierigkeiten mit der Regionalbahn 26

Es mangelt momentan weiterhin an Bussen und Busfahrern für den Schienenersatzverkehr

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 3 Min.
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Abfahrt nach Kostrzyn am Berliner Bahnhof Lichtenberg
Abfahrt nach Kostrzyn am Berliner Bahnhof Lichtenberg

Wenn die Regionalbahn 26 überhaupt fährt, dann trifft sie verspätet ein und die Züge sind heillos überfüllt. Das war zugespitzt formuliert die Situation zwischen Berlin-Lichtenberg und Kostrzyn hinter der polnischen Grenze - für Pendler und andere Bahnreisende eine Zumutung. Es hagelte Beschwerden. Der Infrastrukturausschuss des Landtags sprach deshalb mehrfach mit Detlef Bröcker, Geschäftsführer der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB). Die NEB betreibt die Bahnverbindung seit Dezember 2006. Mittlerweile erstreckt sich die Verbindung in Polen weiter bis nach Gorzów Wielkopolski.

Nachdem die NEB im Dezember 2016 das Sitzplatzangebot deutlich erhöhte und Probleme mit den Fahrzeugen weitgehend beseitigt werden konnten, »ging die Anzahl der Kundenbeschwerden deutlich zurück«, beschwichtigt Geschäftsführer Bröcker. Von Januar bis Mai vergangenen Jahres habe das bestellte Platzangebot im Durchschnitt lediglich bei vier Fahrten im Monat nicht bereitgestellt werden können - bei mehr als 240 Fahrten monatlich. Das erklärte Bröcker in einem Schreiben an den Infrastrukturausschuss. Es liegt dem »nd« vor.

Demnach gab es im vergangenen Jahr aber trotzdem noch genug Anlass, sich zu ärgern. Denn seit Mai 2017 wird der Abschnitt Lichtenberg-Rehfelde modernisiert. Zu den Baumaßnahmen gehören die Trennung der Gleise für Regional- und S-Bahnen in Strausberg und der rund 3,5 Millionen Euro teure Neubau eines Regionalbahnsteigs in Berlin-Mahlsdorf, um dort einen Halt zu ermöglichen. Im Zuge der Arbeiten sei die Strecke zu verschiedenen Zeitpunkten auf verschiedenen Abschnitten »teilweise tagelang oder wochenlang gesperrt«, bedauert Bröcker. Aus diesem Grunde habe der Fahrplan im Zeitraum 12. Mai bis 9. Dezember etwa 20 Mal angepasst werden müssen. Es habe immer wieder Schienenersatzverkehr gegeben, und die Fahrgäste mussten dabei mehrmals zwischen Bus und Bahn umsteigen, was die Fahrzeiten im Extremfall um mehr als eine Stunde verlängerte. Teilweise fuhren Züge und Busse los, ohne jeweils aufeinander zu warten. Die Reisenden verpassten also ihre Anschlüsse. Verantwortlich für die Bauarbeiten - laut Bröcker Grund für die meisten Kundenbeschwerden - sei die Bahntochter DB Netz. Die NEB habe so gut wie keinen Einfluss auf die Länge und die Dauer der Streckensperrungen. Gelegentlich habe die DB Netz die Bauarbeiten so kurzfristig kommuniziert, »dass eine umfassende Fahrgastinformation nicht mehr in der gewohnten Qualität möglich war«.

Ein weiteres Problem sei die Verfügbarkeit von Bussen und Busfahrern für den Schienenersatzverkehr. Obwohl dazu Rahmenverträge abgeschlossen sind, können die Busunternehmen angesichts der großen Zahl von Baustellen im Schienennetz nicht immer genug Fahrzeuge und Personal abstellen, beklagt Bröcker. Da sei momentan keine Entspannung absehbar. Den Fahrgästen bereite dies vor allem in der Hauptverkehrszeit Schwierigkeiten. Doch seit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 habe sich die Lage stabilisiert, beteuert der Geschäftsführer. Er hofft, dass sich die Fahrgastbeschwerden damit erledigt haben.

Die Linksfraktion bleibe an der Verbesserung der Situation bei der RB 26 dran, verspricht die Landtagsabgeordnete Anita Tack (LINKE). »Die Belastungen für die Fahrgäste waren zeitweise unerträglich hoch und ließen viele aufs Auto umsteigen. Das wollen wir nicht.«

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