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Ziemlich schmerzhaft

Richard Freitags Tournee-Traum ist nach seinem Sturz in Innsbruck beendet, Kamil Stoch könnte die historische Leistung von Sven Hannawalds vier Siegen wiederholen

  • Von Patrick Reichard, Innsbruck
  • Lesedauer: 3 Min.

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Nach dem Sturzschock von Innsbruck und dem Ende aller Träume vom Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee lag Richard Freitag im Schnee und streckte beide Arme von sich. Zur Entscheidung beim dritten Springen trat der Führende im Gesamtweltcup am Donnerstag dann gar nicht mehr an, obwohl er sich dafür qualifiziert hatte.

»Er wird keinen zweiten Durchgang machen, weil er ziemliche Schmerzen hat«, sagte der Sportliche Leiter Horst Hüttel im ZDF. Bei der Landung nach seinem Versuch auf 130 Meter überkreuzte Freitag die Skier und kam im Auslauf zu Fall. Nachdem er zunächst kurz liegen blieb, grüßte er ins Publikum und signalisierte, dass er zumindest nicht schwerer verletzt zu sein scheint.

»Er wird noch untersucht. Es schaut so aus, dass er nichts Ernsthaftes hat, aber auch das ist noch nicht sicher«, sagte Hüttel. Freitag sei nach dem Absturz am Bergisel zunächst sehr still gewesen. Auf den zweiten Sprung verzichtete er, obwohl er sich trotz seines Sturzes gegen den Schweizer Killian Peier durchgesetzt hat. »Er hat noch nicht viel gesprochen. Es ist extrem bitter«, sagte Hüttel. Auch aus der Sicht des Arztes sei es sinnvoll, mit den Schmerzen nicht noch einmal auf den Balken zu gehen, fügte Sportdirektor Hüttel an.

Der polnische Titelverteidiger Kamil Stoch darf unterdessen auf die Wiederholung des Vierfachsieges von Sven Hannawald hoffen. Etwa eine Stunde nachdem sein Hauptrivale Freitag gestürzt war, gewann der Olympiasieger mit Versuchen auf 130 und 128,5 Meter deutlich vor der Konkurrenz. Hinter dem Norweger Daniel Andre Tande komplettierte Andreas Wellinger mit Sprüngen auf 133 und 126 Meter das Podest. Hinter Wellinger landeten auch die Teamkollegen Markus Eisenbichler (8.), Stephan Leyhe (9.) und Karl Geiger (12.) in der erweiterten Weltspitze.

Bundestrainer Werner Schuster kritisierte nach dem Vorfall, der hauptsächlich nach einem technischen Fehler von Freitag selbst aussah, die Jury. »Es war definitiv zu viel Anlauf. Hier gibt es einen Technischen Delegierten, der eine andere Strategie verfolgt. Es war extrem schwierig«, sagte Schuster. Hüttel ergänzte: »Unglücklicher Umstand, aber wenn eine Luke weniger Anlauf gegeben wird, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass so etwas nicht passiert.«

Schuster selbst hatte den Anlauf bei Aufwind vor Freitag auch nicht verkürzt, um bei wechselnden Verhältnissen keinen Rückenwind-Sprung mit zu wenig Geschwindigkeit zu riskieren. »Es ist schon seit gestern die falsche Wettkampfführung für diese Aufsprungpräparierung«, sagte der Österreicher. Sein Kollege Stefan Horngacher verkürzte direkt im Anschluss für Stoch. Das Duell zwischen dem 30-Jährigen, der auch in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen gewann, und Freitag wurde damit vorzeitig entschieden.

Die beiden DSV-Verantwortlichen hofften, dass Freitag in einem Winter mit Skiflug-WM und Olympischen Spielen nicht schwerer verletzt ist. Er wurde zur genauen Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. »Das Wichtigste ist, dass er keine ernsthafteren Schäden hat. Es ist unglaublich bitter für uns alle, aber in erster Linie für den Ritschi selbst«, sagte Hüttel beim ORF. Zuletzt stand der 26-Jährige, der derzeit souverän das Gelbe Trikot trägt, sieben Mal in Serie auf dem Podest. In Nischni Tagil, Titisee-Neustadt und Engelberg feierte er Siege, bei den ersten beiden Tourneespringen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen sprang er jeweils auf Rang zwei.

Selbst mit dem Abzug der Sturzpunkte hätte sich Richard Freitag noch auf dem zweiten Gesamtplatz der Tournee eingeordnet. Durch den verpassten zweiten Durchgang sind nun aber auch alle Chancen auf eine gute Platzierung im Gesamtklassement dahin. Ob er in Bischofshofen am Samstag (16 Uhr in der ARD und auf Eurosport) starten kann, war zunächst unklar. dpa

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