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Feuer und Wut

Enthüllungsbuch zeigt Alltag des US-Präsidenten

  • Von Moritz Wichmann
  • Lesedauer: 3 Min.

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Er war für 18 Monate der ungeliebte, aber akzeptierte Gast der Trump-Kampagne und später auf einer Couch im Weißen Haus. Der Buchautor Michael Wolff hat nach eigenen Angaben mehr als 200 Interviews mit Donald Trump, seinen Mitarbeitern und Beratern geführt. Sein Buch »Fire and Fury - Inside the White House« sorgt derzeit für Aufregung in den USA. In einem vorab veröffentlichten Auszug wird die Wahlnacht vom 8. November 2016 erzählt. Dieser zeigt einen Geschäftsmann, der demnach selbst nicht an die Erfolgschancen seiner Präsidentschaftskampagne glaubte, nur seine eigene Marke stärken wollte und sich weigerte, eigenes Geld in seine Kampagne zu investieren. Trump sei überrascht gewesen, als ihm der rechte Milliardär Robert Mercer im August 2017 eine Spende von 5 Millionen US-Dollar angeboten habe. Der durch Mercer angeheuerte neue Chef-Stratege Steve Bannon jedoch verlangte nach der ersten TV-Debatte 50 Millionen US-Dollar für einen erfolgreichen Schlusswahlkampf. »Das werden wir von ihm nie bekommen, es sei denn, wir können ihm den Sieg garantieren«, antwortete Trump-Schwiegersohn Jared Kushner auf die Anfrage. In der Wahlnacht habe die Siegesnachricht Trump in einen schockierten Geist verwandelt, der voller Angst vor der Aufgabe nur langsam seine neue Rolle und Verantwortung akzeptierte, die er nie vorhatte anzunehmen. Das Buch enthält viele Anekdoten über die Desillusionierung auch engster Berater und Freunde über Trump. In einem dem »Guardian« vorliegenden Auszug beschreibt Steve Bannon das Treffen von Trump Jr. mit russischen Anwälten, die versprachen kompromittierendes Material über Hillary Clinton zu liefern, als »unpatriotisch« und als »Verrat«. Bannon macht sich darüber lustig, das Trump Jr., statt seine Anwälte zu schicken, sich mit den Russen persönlich und ohne juristischen Beistand getroffen habe: »Sie werden Don Junior im nationalen Fernsehen wie ein Ei knacken«.

Wolff selbst wurde in der Vergangenheit mehrfach vorgeworfen, Teile seiner Arbeit erfunden zu haben. In seinem Buch »Burn-Rate« schreibt der Verfasser provokanter Kolumnen über seine Erfahrungen als Internet-Unternehmer und erwähnt auch, wie er sich seine Bank mit einer erfundenen Geschichte über eine Herzoperation des Schwiegervaters vom Leibe hielt. In »Fire and Fury« behauptet Wolff, ein Freund von Trump habe gegenüber einem Bekannten gesagt, Trump sei »nicht nur verrückt, sondern auch dumm«. Doch der Milliardär Thomas Barrack Jr. bestreitet, dies je gesagt zu haben. Dass sie gesagt habe der Umgang mit Trump sei wie der Versuch »herauszufinden, was ein Kind will«, verneint auch die ehemalige Trump-Beraterin Katie Walsh.

Das Weiße Haus reagierte auf die Enthüllungen wenig konkret. Es enthalte »viele komplett unwahre Dinge«, erklärte Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders. Auch Trump selbst hat die bis jetzt bekannten Enthüllungen über die Äußerungen von Bannon nicht inhaltlich zurückgewiesen: »Als er gefeuert wurde, ist er verrückt geworden«, erklärte Trump am Mittwoch. Seine Anwälte haben Bannon, der wieder für die rechte Seite »Breitbart« schreibt, mittlerweile eine Unterlassungserklärung geschickt, wegen Verleumdung.

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