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Enthüllungsbuch teilweise ausverkauft

Veröffentlichung brisanter Details über Zustände im Weißen Haus wurde vorgezogen / Mentale Verfassung Trumps wird in Frage

  • Lesedauer: 3 Min.

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Berlin. Das brisante Buch des US-Autoren Michael Wolff über die angeblichen Zustände im Weißen Haus wurde bereits am Freitag veröffentlicht. Das kündigte Wolff am Donnerstag (Ortszeit) an: »Los geht's. Sie können es morgen kaufen (und lesen). Danke, Mr. President.« Das Verlagshaus Henry Holt and Co. zog das Veröffentlichkeitsdatum von »Fire and Fury: Inside the Trump White House« (Feuer und Wut: In Trumps Weißem Haus) um vier Tage vor, weil die Nachfrage schon vorab beispiellos hoch sei. Das Buch war am frühen Freitagmorgen in vielen Buchläden der Hauptstadt Washington bereits ausverkauft. In anderen Läden bildeten sich lange Schlangen an Schaltern für Reservierungen, dort sollte das Buch im Lauf des Tages geliefert werden. Der Verlag startet mit einer Auflage von 250.000 Ausgaben.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump versucht, das Erscheinen des Textes mittels einer Unterlassungserklärung zu verhindern – und war damit gescheitert. Am Donnerstag ließ er dann über Twitter verlauten, das Buch sei »voller Lügen«, verdrehe die Tatsachen und berufe sich auf »Quellen, die nicht existieren«. Er habe dem Autor keinerlei Zugang zum Weißen Haus gewährt, ihn mehrfach abgewiesen und auch nie mit ihm über ein Buch gesprochen, fügte Trump hinzu.

Das Enthüllungsbuch Buch enthält zahlreiche Zitate von wichtigen Trump-Mitarbeitern, die Zweifel an dessen Befähigung für das Präsidentenamt äußern. Es zeichnet ein düsteres Bild von der Trump-Präsidentschaft, von einem Weißen Haus, in dem Chaos und Intrigen herrschten, und einem Präsidenten, der wegen seiner Führungsschwäche von seinen eigenen Mitarbeitern verhöhnt wird.

Auch sein ehemaliger Chefstratege Steve Bannon kommt zu Wort. Er wird mit dem Vorwurf zitiert, Trumps ältester Sohn Donald Trump junior habe sich mit einem Treffen mit einer russischen Anwältin während des Präsidentschaftswahlkampfs im Juni 2016 »verräterisch« und »unpatriotisch« verhalten.

»Fire and Fury« ist nicht das erste Buch, in dem Trumps Befähigung für das Präsidentenamt in Zweifel gezogen wird. Die Professorin für Psychiatrie Bandy Lee von der Yale-Universität in Connecticut hat ein Buch mit dem Titel »The Dangerous Case of Donald Trump« (Der gefährliche Fall Trump) herausgegeben, in dem mehrere Fachleute Artikel über die psychische Verfassung des Präsidenten veröffentlichen. Eine Gruppe von US-Kongressabgeordneten hat die renommierte Psychiaterin jetzt um eine Einschätzung zur seelischen Verfassung von Präsident Donald Trump gebeten., wie der US-Nachrichtensender CNN und die Zeitung »Politico« am Donnerstag berichteten.

Die Gruppe umfasste laut CNN etwa ein Dutzend Abgeordnete, die meisten von ihnen Mitglieder der oppositionellen Demokratischen Partei, aber darunter auch ein Senator der Republikanischen Partei. Die Abgeordneten sagten, sie seien beunruhigt angesichts der Gefahr, welche die »seelische Instabilität« des Präsidenten für das Land bedeute, sagte Lee CNN. Den Zustand eines Menschen zu diagnostizieren, ohne ihn persönlich getroffen zu haben, widerspricht den professionellen Richtlinien des Verbandes der Psychiater in den USA.

Die US-Verfassung sieht zwei Möglichkeiten zur Absetzung eines Präsidenten vor. Zum einen das »Impeachment«-Verfahren, bei dem am Ende eine Zweidrittelmehrheit im Senat erforderlich ist. Zum anderen gibt es eine Bestimmung aus dem Jahr 1967, wonach der Vizepräsident und die Hälfte des Kabinetts erklären können, dass der Präsident nicht in der Lage sei, sein Amt auszuüben und die damit verbundenen Pflichten zu erfüllen.

Bislang wurde noch kein US-Präsident seines Amtes enthoben. Präsident Richard Nixon trat 1974 freiwillig zurück, nachdem der Justizausschuss im Watergate-Skandal das Amtsenthebungsverfahren eingeleitet hatte. nd/Agenturen

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