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  • Politik
  • Flucht wegen Homosexualität

Kurz vor dem Aufprall

Rida musste aufgrund seiner Homosexualität aus seiner Heimat fliehen. Eine Reportage

  • Von Hammed Khamis
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Eins, zwei, drei, vier, fünf. Sekundenlang war hier oben eben Totenstille. Jetzt ist alles unten laut. Irgendwer jubelt dort am Boden. Hassan ist gerade auf dem Asphalt aufgeprallt. 23 Etagen haben sie ihn vom Manar-Hochhaus heruntergestoßen. Der nächste ist Rida. Gefesselt und geknebelt kniet er da seit drei oder vier Minuten in der kochenden Hitze auf diesem verkommenen gelben Hochhaus. Unten hört er die wöchentliche Ansammlung von Menschen. Sie ergötzen sich an Hassans Leiche. Das weiß Rida, obwohl er eine Augenbinde trägt. Sie fotografieren den leblosen Körper, um die Bilder später auf Facebook zu verbreiten.

Woher er das weiß? Was gerade passiert, passiert regelmäßig dort, wo er lebt. Rida und die anderen auf dem Dach sind auf diesem Hochhaus, von dem radikal-extremistische Fanatiker regelmäßig homosexuelle Männer und Frauen hinunterstoßen. Beim letzten Mal, am vergangenen Freitag, stand Rida noch mit den anderen unten. Sie h...


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