Werbung

Kurzfristige Interessen

Simon Poelchau über die Fehlannahmen der Industrie bei der Energiewende

  • Von Simon Poelchau
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Der deutschen Industrie ist die Energiewende immer noch zu teuer. Nationale Alleingänge könnten die Umstellung auf Erneuerbare zu teuer machen und letztlich zur Verlagerung von Produktion ins Ausland führen, nörgelt der Oberlobbyist der heimischen Industrie, BDI-Präsident Dieter Kempf, herum.

Da fragt man sich erstens, ob man im selben Land mit Kempf lebt. Schließlich wurde die Förderung der Energiewende so stark beschnitten, dass Deutschland wahrlich kein Vorreiter mehr ist und Alleingänge in Sachen Klimaschutz eher unwahrscheinlich sind. Zweitens fragt man sich, welche Produktion Kempf meint. Denn die Rabatte für energieintensive Unternehmen wurden in den letzten Jahren immer weiter ausgebaut - mit der Folge, dass fast kein großes Unternehmen mehr Ökostromumlage oder Netzentgelte zahlen muss. Auf ihnen lasten also wahrlich nicht die Kosten der Energiewende. Diese müssen stattdessen Haushalte und kleine Betriebe stemmen. Und drittens fragt man sich, ob Kempf überhaupt noch an eine Zukunft glaubt. Früher oder später wird das fossile Zeitalter zu Ende gehen. Dies ist nicht allein eine Frage des Klimaschutzes. Erdöl, -kohle und -gas sind einfach begrenzte Ressourcen. Es muss also bald eine regenerative Alternative zu ihnen geben.

Wenn der BDI also wieder vermeintliche Gründe gegen eine schnelle Energiewende ins Feld führt, dann beweist er nur eins: sein kurzfristiges Denken.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen