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U18-Zulauf für die Bundeswehr

Werbestrategie kommt an - LINKE: Kritik an Kindersoldaten in aller Welt ist unglaubwürdig

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Die Anzahl der Bundeswehr-Rekruten unter 18 Jahren hat sich seit 2011 verdreifacht. Laut Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion nahmen die Verpflichtungen von Minderjährigen seit Aussetzen der Wehrpflicht kontinuierlich zu. 2011 zählte man noch 689 U18-Rekruten. Sie werden an Waffen ausgebildet, nicht aber in einen Auslandseinsatz geschickt.

Solange Deutschland selbst Minderjährige für militärische Zwecke rekrutiere, könne es andere Staaten wegen Kindersoldaten nicht glaubwürdig kritisieren, erklärte LINKE-Entwicklungsexpertin Evrim Sommer gegenüber der »Rheinischen Post«.

Derzeit dienen in der Bundeswehr 170.214 Berufs- und Zeitsoldaten sowie 9194 Freiwillig Wehrdienstleistende. 21.203 Angehörige sind weiblich. Derzeit wird etwa jede fünfte Bewerbung von einer Frau eingereicht, bei den Offizieren ist es jede vierte.

Angesichts geburtenschwacher Jahrgänge befindet sich die Bundeswehr bei der Nachwuchswerbung in harter Konkurrenz. Zudem nehmen die Aufgaben im Ausland sowie bei der Modernisierung im Innern zu. Daher hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vor zwei Jahren die »Trendwende Personal« eingeleitet. Vormals starre Obergrenzen wurden aufgehoben und durch einen sogenannten »atmenden Personalkörper« ersetzt. Man führte die »Arbeitgebermarke Bundeswehr« ein und spricht Zielgruppen auf neue Weise an.

Dazu gehört geschickte Werbung auf YouTube. Im November 2016 begann man mit der Daily Soap »Die Rekruten«. Einzelne Clips mit Szenen aus der Grundausbildung neuer Soldaten wurden mehr als eine halbe Million mal angeklickt. Schon zwei Wochen nach Serienstart hatten über 200.000 Nutzer den YouTube-Kanal abonniert.

Das Verteidigungsministerium war begeistert: Im Sendezeitraum gab es 40 Prozent mehr Zugriffe auf die Karriere-Website, 25 Prozent mehr Anrufe bei der Karriere-Hotline und über 20 Prozent mehr Bewerbungen bei Mannschaften und Unteroffizieren. Die YouTube-Serie wurde mit einem renommierten Preis der Werbe- und Kommunikationsbranche, dem sogenannten Effie-Award, in Gold, Silber und dem erstmals verliehenen Grand Prix ausgezeichnet.

Nach diesem PR-Erfolg startete man ein knappes Jahr später die nächste Spielserie und verharmloste den gefährlichen MINUSMA-Blauhelm-Einsatz in Mali. Allein in diese Folgen investierte die Bundeswehr 6,5 Millionen Euro. Zwei Millionen davon waren Produktionskosten, rund 4,5 Millionen Euro kostete das Kampagnenmaterial. So klebte man alle deutschen Städte mit Plakaten zu. Doch die Masse der Werbung kostete die Bundeswehr keinen Cent. Sie entwickelte sich in den Medien, die vielfach und weitgehend auch kritisch über die neue Werbestrategie des Militärs berichteten.

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