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Banges Warten auf Niere, Leber oder Herz

Organspende

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Wie viele Menschen warten auf ein Spenderorgan?

Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) stehen rund zehntausend schwer kranke Menschen auf der Warteliste. Täglich sterben im Schnitt drei davon, weil nicht rechtzeitig ein passendes Organ zur Verfügung steht. Allein 8000 Menschen brauchen eine neue Niere. Das sind etwa viermal so viele wie derzeit Transplantate vermittelt werden können. Die Organspendezahlen haben den niedrigsten Stand seit 20 Jahren erreicht. Im Jahr 2016 wurden 2867 Organe nach dem Tod gespendet. In den ersten neun Monaten 2017 waren es rund 2000.

Welche Organe können überhaupt gespendet werden?

Das sind Niere, Leber, Herz, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm. Außerdem lassen sich Gewebe wie zum Beispiel Hornhaut oder Knochen verpflanzen. Im Spenderausweis können aber auch einzelne Organe ausgeschlossen werden.

Wie viele Spender gibt es?

Als 2012 bekannt wurde, dass Ärzte an mehreren deutschen Universitätskliniken offenbar Patientendaten manipulierten und so die Vergabe von Spenderlebern beeinflussten, brachen die Spenderzahlen massiv ein. So wurden 2016 nur 857 Verstorbenen Organe entnommen. Nach Ansicht der DSO liegt es nicht an einer abnehmenden Spendebereitschaft der Bevölkerung. Die Experten sehen vielmehr strukturelle und organisatorische Schwachstellen in den Kliniken. So gab es in den vergangenen Jahren von dort weniger Meldungen von möglichen Organspendern. Eine Organspende kann aber auch durch unklare Formulierungen in der Patientenverfügung verhindert werden.

Welche Voraussetzungen gelten für eine Organspende?

Der Verstorbene muss entweder zu Lebzeiten in die Organspende einwilligen oder seine Angehörigen stimmen zu. Zudem muss der Hirntod von Ärzten eindeutig festgestellt worden sein. Infrage kommen nur jene Menschen, bei denen der Hirntod vor dem Herzstillstand eintritt.

Können auch ältere Menschen spenden?

Sofern die Organe gesund und bestimmte Infektionskrankheiten ausgeschlossen sind, können sie dies tun. Es gibt immer mehr Organspender über 65 Jahre. Da aber die Wahrscheinlichkeit für Begleiterkrankungen steigt, sind bei älteren Spendern häufig weniger Organe für eine Transplantation geeignet.

Was sind die größten Ängste?

Viele Menschen scheuen sich vor der Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod. Andere hält die Angst vor möglichem Missbrauch oder Organhandel ab oder sie fürchten, dass im Ernstfall nicht mehr alles medizinisch Notwendige für sie getan wird. Für Laien ist der Hirntod als Voraussetzung für die Organentnahme oft schwer nachvollziehbar, weil der Verstorbene meist keines der allgemein bekannten Todeszeichen aufweist. Mit Hilfe von Maschinen und Medikamenten schlägt sein Herz, und er scheint noch selbst zu atmen. Der Hirntod muss von zwei Medizinern unabhängig voneinander festgestellt werden.

Gibt es einen Entscheidungszwang?

Nein. In Deutschland gilt seit 2012 die Entscheidungslösung. Jeder über 16 Jahre wird von seiner Krankenkasse aufgefordert, eine freiwillige Erklärung über seine Bereitschaft zur Organspende abzugeben. dpa/nd

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