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Ist das denn ein Aufmacher?

Eine Debatte über die Frage, wieviel mediale Aufmerksamkeit die AfD verdient

Berlin. Wie sollen die Medien mit einer Partei umgehen, deren Kerngeschäft der Handel mit fremdenfeindlichen Ressentiments ist? Die sich von Intoleranz nährt und sie gleichzeitig hervorbringt? Diese Frage ist spätestens seit dem Erfolg der Alternative für Deutschland bei der Bundestagswahl vom letzten September in der Diskussion. Tatsächlich waren AfD-Vertreter überproportional oft in TV-Talkshows aufgetaucht, wurde diese Partei öfter als die anderen thematisiert. Nicht immer so kritisch, wie sie es verdient hätte.

Soll man deshalb weniger berichten über die AfD und ihre ständigen Überschreitungen jener Grenzen, die durch Anstand und demokratische Gepflogenheiten gezogen werden? So etwas ereignet sich alle zwei Tage, und an den Tagen dazwischen sind die AfD-Oberen damit beschäftigt (und werden von Medien damit beschäftigt) zu verharmlosen, zu verteidigen, zu verklären. Auch jener ältere Herr in den karierten Tweed-Jacketts, der mal den Scharfmacher und mal den Wohlfühl-Opa der AfD gibt. Die wichtige Information, dass Alexander Gauland zu seinen Jacketts gerne Motivkrawatten mit einfachem Windsorknoten trägt, verdankt die Öffentlichkeit übrigens der »FAZ«, die sich in einer Stilkolumne kurz vor der Bundestagswahl geradezu liebevoll den Marotten des Herrn Gauland widmete.

Ungeachtet solcher Abseitigkeiten bleibt die Frage: Ist jede AfD-Provokation eine Meldung, eine Schlagzeile, eine Aufmachung wert? Auch in der nd-Redaktion wird darüber immer wieder diskutiert. Weil Nachrichten, ihre Einordnung und Bewertung zu unserer täglichen Arbeit gehören. Ebenso wie die Erklärung, was hinter Politikerfloskeln steckt, die manchmal harmlos klingen und manchmal genau so brutal, wie sie gemeint sind. Wie damit umzugehen ist, müssen wir jeden Tag aufs Neue entscheiden. wh Pro und Kontra auf Seite 3

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