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Neuer Schwung für altes Wissen

Mit traditionellen Methoden wird in Indien ökologischer Teeanbau betrieben

  • Von Anne Ziegler
  • Lesedauer: 3 Min.

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Traditionelles Rezept mit nachhaltiger Wirkung: Herstellung von organischem Dünger aus lokalen Materialien.
Traditionelles Rezept mit nachhaltiger Wirkung: Herstellung von organischem Dünger aus lokalen Materialien.

Behutsam mischen Malu und Machi in einem großen Fass Kuhdung, Kuhurin, Milch, Joghurt und Ghee, eine Art indisches Butterschmalz, um daraus Panchakavya herzustellen. Das traditionelle Rezept wird in erster Linie als natürliches Pestizid auf den Teeplantagen eingesetzt, kann jedoch auch den Ertrag von damit behandelten Tee und Gemüse beträchtlich steigern. Mittlerweile ist die Nachfrage so hoch, dass der Aufbau eines eigenen kleinen Unternehmens zum Verkauf des Öko-Pestizids geplant ist. Malu und Machi haben an verschiedenen Trainings zur ökologischen Landwirtschaft teilgenommen und geben ihr Wissen jetzt an andere weiter.

»Die Trainings sind sehr wichtig«, sagen die beiden, »sie stellen die einzige Möglichkeit für uns Adivasi dar, über ökologischen Teeanbau zu lernen und so die Qualität unseres Tees zu verbessern.« Außer Wasser wird kein anderes Getränk so viel getrunken wie Tee: jährlich geschätzte 3,5 Billionen Tassen weltweit! Bei einem so beliebten Getränk ist es nicht verwunderlich, dass die Frage nach der Nachhaltigkeit immer größer wird. Zertifizierter Biotee ist dabei nicht nur gut für die Umwelt, sondern bietet den von der indischen Mehrheitsgesellschaft marginalisierten Adivasi die Möglichkeit auf ein sicheres Einkommen.

In der von SODI und dem indischen Projektpartner CTRD unterstützten Teekooperative wird Nachhaltigkeit großgeschrieben. Statt chemischen Düngern und Pestiziden werden selbstproduzierter Kompost und Panchakavya eingesetzt, Monokulturen werden durch Mischplantagen ersetzt, um der Auslaugung und Erosion des Bodens entgegenzuwirken. Die dafür nötigen Setzlinge kommen aus der eigenen Baumschule für Tee, Pfeffer, Kaffee und Silver Oak, einem immergrünen Baum, der sich gut an die Trockenheit angepasst hat und den Teepflanzen Schatten spendet. Neben der natürlichen Düngung durch abgeworfene Blätter dienen die Bäume auch als Stütze für die Pfefferpflanzen. Der Verkauf von Pfeffer stellt neben dem Tee eine zusätzliche Einkommensquelle dar.

Die Mitglieder der Kooperative dokumentieren ihre landwirtschaftlichen Aktivitäten in Logbüchern - eine Voraussetzung zur Bio-Zertifizierung. Zudem können dadurch die Fortschritte in der Teeproduktion gut nachverfolgt werden. Dies ist besonders wichtig, da neue Techniken zum Umgang mit dem Klimawandel und den damit einhergehenden Veränderungen der Regen- und Trockenperioden gefunden werden müssen. Während die starken Regenfälle den fruchtbaren Humus wegspülen und zu Erdrutschen führen können, gab es bisher keine Möglichkeit, das Wasser für die langen Dürreperioden zu speichern. Eine Möglichkeit, um das Problem zu lösen, kann das so genannte »Soil Bunding« sein, wobei die abschüssigen Plantagen gegen Abrutschen gesichert und gleichzeitig Speicherkapazitäten für das Wasser geschaffen werden.

Am Beispiel der indischen Teekooperative sieht man, dass eine ökologisch nachhaltige Landnutzung viel bewirken kann. Der Ertrag der Plantagen wird gesteigert und verhilft den Adivasi durch ein gesichertes Einkommen zu einem würdevollen Leben. Die Gewinne aus der Teefabrik sollen dann schließlich in weitere soziale Projekte investiert werden. Eine echte Win-win-Situation! Und mit diesem Wissen im Hinterkopf schmeckt die Tasse Biotee viel besser.

Unsere Autorin arbeitet als Praktikantin im Bereich Öffentlichkeitsarbeit/Fundraising bei SODI.

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