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Von Mittelalter über Dix bis zur Netzkunst

Das Ausstellungsjahr 2018 in Sachsen wird spannend

  • Von Simona Block, Dresden
  • Lesedauer: 3 Min.

Zwickau zeigt Einzigartiges, Leipzig Prominentes, Dresden Begehrtes - und in Chemnitz endet eine Ära. Nach einem erfolgreichen 2017 versprechen rund 40 Präsentationen ein spannendes Ausstellungsjahr 2018 in Sachsens prominenten Kunstmuseen.

Für die Chemnitzer Kunstsammlungen bedeutet 2018 eine Zäsur: Nach über 20 Jahren geht Generaldirektorin Ingrid Mössinger Ende April in den Ruhestand. Das Museum Gunzenhauser, das zu den Errungenschaften ihrer Amtszeit gehört, stellt mit dem weltweit größten Otto-Dix-Konvolut das Herzstück einer Kollektion an Kunst des 20. Jahrhunderts vor. Geplant sind zudem eine Retrospektive zu dem abstrakten Maler und Bildhauer Rupprecht Geiger (1908-2009), eine Werkpräsentation der Malerin und Grafikerin der Moderne, Helene Funke (1869-1957) und eine Lichtinstallation des französischen Konzeptkünstlers Daniel Buren.

Die Kunstsammlungen Zwickau setzen in diesem Jahr auf Werke der 1905 gegründeten Künstlergruppe »Brücke«. Sie zeigen unter dem Titel »Back to Paradise« Meisterwerke des Expressionismus. Das Max-Pechstein-Museum ist nach Angaben von Leiterin Petra Lewey einzige Station der Schau in Ostdeutschland.

Das Museum der bildenden Künste Leipzig zeigt unter dem Titel »Licht« Werke von Anna-Eva Bergmann (1909-1987), einer der bedeutendsten Malerinnen Norwegens. Die Witwe des Leipziger Grafikers Hans Hartung (1904-1989) sei als Künstlerin eine Wiederentdeckung, sagte ein Museumssprecher. In einer Auswahl von rund 20 Gemälden werde ihr Spätwerk erstmals seit Jahren gezeigt. Im Kontrast dazu steht »Virtual Normality«, eine Schau mit Werken zeitgenössischer Künstlerinnen wie Signe Pierce, Leah Schrager oder Molly Soda, die im und für das Internet arbeiten. »Sie werden Tumblr-Star, Instagram-Künstlerin oder Webcam-Prinzessin genannt, bezeichnen sich selbst als Reality Artist, Instagram-Model und Online-Exhibitionistin«, sagte der Museumssprecher. Ihre Werke gehen online und vernetzen sich über soziale Medien.

Die noch mit Arno Rink (1940-2017) geplante Retrospektive »Ich male!« in Leipzig wird nach dessen Tod vor vier Monaten eine posthume Hommage. Gezeigt werden sämtliche Facetten des Schaffens des herausragenden Vertreters der Leipziger Schule. Und zum Jahreswechsel folgen frühe Arbeiten von John Lennons Witwe Yoko Ono.

Die Sächsischen Kunstsammlungen Dresden richten unter dem Titel »Das schönste Pastell, das man je gesehen hat« den Blick auf das »Schokoladenmädchen« von Jean-Etienne Liotard. Die Schau in der Gemäldegalerie Alte Meister umfasst rund 80 Meisterwerke, auch aus dem Pariser Louvre und dem British Museum London. Gezeigt werden zudem der restaurierter »Cuccina-Zyklus«, den Veronese um 1571 für einen Palazzo in Venedig malte, ergänzt um weitere Bilder Veroneses und Tizians.

Mit neu entdeckten Alabaster-Statuetten werden in Dresden Kunstkammerstücke vorgestellt, die nach den berühmten Liegefiguren von Michelangelo in den Medici-Kapellen in Florenz gearbeitet sind. Zum 80. Geburtstag von Georg Baselitz stellt das Kupferstich-Kabinett grafische Arbeiten des aus Sachsen stammenden Malers und Bildhauers wichtigen Werken des Manierismus gegenüber. Weitere Präsentationen sind dem Dresdner Expressionisten Carl Lohse, der »Mail Art«-Künstlerin Ruth Wolf-Rehfeldt und der schottischen Klangkünstlerin Susan Philipz gewidmet. dpa/nd

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