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Was hätte werden können

Johanna Treblin zur geplanten Räumung der Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg

  • Von Johanna Treblin
  • Lesedauer: 1 Min.
»Sie können einen Platz räumen, sie können eine Schule räumen, aber sie können keine Bewegung räumen« - so heißt es im Aufruf zur Kundgebung gegen die Räumung der Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg. Und: »Wenn ihr diesen Ort räumt, verlieren wir alle. Wir verlieren, was dieser Ort hätte werden können.«

Doch der Kampfgeist, die Schule in der Ohlauer Straße als Ort des Widerstands zu erhalten, ist sichtlich dahin. Keine Blockaden sind angekündigt, die große Mobilisierungswelle ist ausgeblieben. Linke Gruppen und Nachbarschaftsinitiativen winken ab, fragt man sie, ob sie sich an Protesten beteiligen - »höchstens Einzelne als Privatpersonen«. Wenn die geplante Kundgebung beginnt, ist der Gerichtsvollzieher vermutlich längst im Gebäude.

Dabei hätte etwas aus dem Ort werden können. Geplant war, mit Vereinen, sozialen Einrichtungen und Bewohnern ein internationales Flüchtlingszentrum einzurichten. Die Meinungen, warum daraus nichts wurde, gehen auseinander. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg spricht vom Unwillen der Bewohner, die Initiative für das Zentrum spricht von einer Verschleppungsstrategie des Bezirks. Vielleicht birgt die Räumung die Chance, dass aus dem Zentrum doch noch etwas wird. Die Verlierer aber sind die Bewohner der Schule.

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