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Erstes Todesopfer nach Ende der Waffenruhe

Soldat wurde nahe der Grenze zu Venezuela erschossen / Vereinbarte Waffenruhe ausgelaufen

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Rio de Janeiro. In Kolumbien hat es nach Auslaufen der Waffenruhe zwischen der Regierung und der ELN-Guerilla ein erstes Todesopfer gegeben. Ein Soldat wurde am Mittwochnachmittag (Ortszeit) während eines Kontrollgangs im westlichen Bundesstaat Arauca nahe der Grenze zu Venezuela erschossen, wie der Hörfunksender RCN berichtete. Die Armee machte einen Scharfschützen der ELN für die Tat verantwortlich.

Die vor gut hundert Tagen vereinbarte Waffenruhe zwischen der Regierung und der ELN war in der Nacht zu Mittwoch ausgelaufen. Trotz Appellen der Vereinten Nationen, der katholischen Kirche und vieler prominenter Kolumbianer gelang keine Einigung auf eine Verlängerung der Waffenruhe. Die ELN soll 1500 bis 2000 Kämpfer in ihren Reihen haben.

Bereits am Mittwochmorgen hatten mutmaßliche Guerilleros Angriffe auf eine Erdöl-Pipeline und einen Armeestützpunkt gestartet. Präsident Juan Manuel Santos reagierte auf die Wiederaufnahme der Kampfhandlungen mit dem vorübergehenden Abbruch der Friedensverhandlungen, die beide Seiten am Mittwoch in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito fortsetzen wollten. ELN-Verhandlungsführer Pablo Beltran erklärte in Quito, dass die neuen Kampfhandlungen kein Hindernis für die Fortsetzung der Gespräche sein sollten. Er hoffe auf eine Rückkehr der Regierung an den Verhandlungstisch, um eine politische Lösung des Konflikts zu erreichen.

Angesichts der Krise im Friedensprozess kündigte UN-Generalsekretär António Guterres an, am Samstag Kolumbien zu besuchen. Geplant sind Gespräche mit Präsident Santos, Militärführern und ehemaligen Guerilleros. Der UN-Sicherheitsrat bedauerte das Wiederaufflammen bewaffneter Aktionen und äußerte die Hoffnung, dass Regierung und ELN die Waffenruhe erneuern würden.

Die Feuerpause zwischen Regierung und Guerilla, die zu einem deutlichen Rückgang von Gewalt in den Regionen mit ELN-Präsenz geführt hat, war das bisher wichtigste Ergebnis der Friedensverhandlungen, die vor knapp einem Jahr begannen. Mit der größeren Farc-Guerilla hatte die Regierung bereits im Dezember 2016 einen Friedensvertrag unterzeichnet. Die Farc-Verhandlungen waren auf neutralem Boden in Kuba geführt worden. Die Farc war mit rund 7000 Kämpfern die größere Guerillagruppe.

Der Konflikt zwischen der Regierung, linken Rebellen und paramilitärischen Todesschwadronen hatte sich in den 1960er Jahren an Landkonflikten und großer sozialer Ungerechtigkeit entzündet. Seither wurden etwa 340.000 Menschen in dem südamerikanischen Land getötet, mindestens sieben Millionen wurden vertrieben. Agenturen/nd

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