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Fahrradrennen für guten Zweck

Bei einer Schnitzeljagd in Berlin wurden Spenden für die Obdachlosenhilfe gesammelt

  • Von Felix von Rautenberg
  • Lesedauer: 3 Min.
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Obdachlose: Fahrradrennen für guten Zweck

Der Kälte zum Trotz stehen am Sonnabend um 14 Uhr rund zwanzig Fahrradfahrer vor dem Velodrom an der Landsberger Allee. Manche von ihnen holen warme Getränke aus den Kuriertaschen, während andere fragen, wo sie die warme Kleidung abgeben können, die gespendet werden soll.

»Das macht ihr an einem Checkpoint,« erklärt Eric Borchardt von der Radsportinitiative »TRACK MOB Berlin«. Der Mitorganisator des »Mob4Mob Alleycat«, einer Schnitzeljagd für Fahrradfahrer, bei der die Teilnehmer für die Obdachlosenhilfe des Mob e.V. spenden sollen, sagt: »Meiner Meinung nach macht die Stadt viel zu wenig beim Thema Obdachlosigkeit, obwohl das Problem in den letzten Jahren zugenommen hat. Es kann nicht sein, dass sich Vereine wie der Mob e.V. größtenteils durch Spenden finanzieren müssen.«

Die Idee, die Obdachlosenhilfe des Mob e.V. durch Sach- und Geldspenden zu unterstützen, kam dem passionierten Radfahrer in der S-Bahn: »Ich war auf dem Weg zur Uni und habe einen Verkäufer des Straßenfegers gesehen. Der hatte eine Weste vom Mob e.V. an und da dachte ich mir, warum nicht die Namensverwandtschaft nutzen und was Gutes tun«, so Borchardt. So entstand der Name Mob4Mob – auf Deutsch etwa: Menschenansammlung für Mob e.V. Angelehnt ist der Name an sogenannte Flashmobs, scheinbar spontane Aktionen, zu denen per Mail, SMS oder Facebook an einen bestimmten Ort aufgerufen wird. Dort soll dann eine große Anzahl an Menschen gemeinsam etwas tun: tanzen, klatschen, oder eben Fahrrad fahren.

Bevor das Rennen beginnt, wird das Manifest, auf dem die anzufahrenden Checkpoints stehen, an den Speichen der Räder befestigt. Starten darf, wer Geld gespendet hat. Mitorganisator und TRACK-MOBMitglied Julian Steinberger sagt: »Ihr habt euch hoffentlich alle warm angezogen. Trotz der Kälte haben wir optimale, trockene Bedingungen, doch kalt ist es auch für andere.«

Als es um 15.15 losgeht, springen die Teilnehmer auf ihre Fixie-, Schalt- und Rennräder, um schnellstmöglich zum ersten Checkpoint, dem »Kaffee Bankrott« des Mob e.V. an der Storkower Straße, zu gelangen. Dort angekommen, spenden sie die warmen Jacken und Pullover, die ebenso zur Teilnahmevoraussetzung gehören. In den Räumlichkeiten des Mob e.V. erklärt Ehrenamtskoordinatorin Marina Miller: »Wir sind hier ein Zufluchtsort für Wohnungslose, für Obdachlose, aber auch für altersarme und einsame Menschen.« Neben dem Kaffee und dem Zeitungsvertrieb des »Straßenfegers« bietet der Verband auch Notübernachtungen im Nebengebäude an. »Dabei sind wir jedoch fehlbedarfsfinanziert. Das Geld, dass wir von den Verwaltungen bekommen, deckt gerade ein Drittel unserer Ausgaben ab. Wir sind zwar froh, dass es im neuen Haushalt zusätzliche Mittel für jeweils einen Sozialarbeiter und Sozialassistenten gibt, eigentlich könnten wir hier aber fünf gebrauchen«, so Miller.

Als nächstes verstreuen sich die Teilnehmer in alle Richtungen: Sie fahren entweder zum S-Bahnhof Lichtenberg, wo sie Hygieneartikel für Obdachlose kaufen sollen, zur Insel der Jugend, wo sie einen Sticker bekommen, oder zum Fahrradkurierladen »Fahrwerk Berlin«, wo sie Glühwein trinken, dessen Erlös der Obdachlosenhilfe zugute kommt. Das Rennen endet in einem Restaurant an der Grünberger Straße im Friedrichshain, wo die TRACK-MOBMitglieder Bier ausschenken. Auch die Getränkespenden gehen an die Wohnungslosenhilfe. Am Abend sagt Eric Borchardt zufrieden: »Zwanzig Leute sind mitgefahren. Es haben aber noch mehr Leute gespendet. Wir kommen auf 420 Euro und 30 Kleidungsspenden.«

Auch die Teilnehmer konnten gewinnen: Die Schnellsten bekamen Fahrradutensilien. »Bei so was hält die Szene fest zusammen, und jeder schmeißt was mit rein«, so Borchardt. Im Sommer will der TRACK-MOB das nächste Alleycat veranstalten. Der Erlös soll dabei an ein Kinderhospiz gehen.

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