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Gomez sticht sofort heraus

Beim VfB-Sieg über Hertha avanciert der Rückkehrer zum Mann des Tages - und das ohne eigenen Treffer

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Zu keinem anderen passte die Hauptrolle beim 1:0 des VfB Stuttgart gegen Hertha BSC so gut wie zu Mario Gomez. Der Rückkehrer schoss zwar kein Tor, jubelte aber wie ein Matchwinner und fühlte sich an längst vergangene Zeiten erinnert.

Von Christoph Ruf, Stuttgart

Der Mann des Tages äußerte sich zurückhaltend über eine Partie, die aus seiner Sicht schlechter hätte laufen können. Entschieden wurde sie nämlich durch ein Tor, das er selbst erzwang, wenngleich es der Berliner Niklas Stark war, der als (Eigen-)Torschütze gewertet wurde. »Sehr zufrieden«, sei er mit dem Sieg zum Einstand und der Rückkehr in »das Stadion, in dem alles begann«, sagte Mario Gomez. Dann lenkte er die Aufmerksamkeit schnell weg von sich in Richtung Zukunft: »Wenn wir weiter diesen Willen an den Tag legen, werden wir in der Rückrunde noch ein paar Spiele gewinnen.« Die Lobeshymnen in Sachen Mario Gomez übernahmen andere. Zum Beispiel VfB-Sportdirektor Michael Reschke, der nicht nur Gomez Torbeteiligung lobte: »Mario ist auch außerhalb des Platzes wichtig. Er schwimmt in der Mannschaft, und er schwimmt im Verein.«

Der Heimkehrer hatte bei bereits im ersten Durchgang zwei der wenigen Chancen, die der VfB sich gegen die defensivstarken Berliner erarbeiten konnte. In der sechsten Minute verfehlte ein Gomez-Kopfball nur knapp das Tor. Und als er dann tatsächlich traf (33.) betätigte sich das Schiedsrichtergespann als Spielverderber und entschied zurecht auf Abseits. Es wäre der erste Treffer von Gomez im VfB-Trikot seit über achteinhalb Jahren gewesen.

Es passte dann bestens zur Dramaturgie des Tages, dass es eine Viertelstunde vor Schluss noch zu einer kuriosen Szene kam. Herthas Niklas Stark riss Gomez im Strafraum um, doch während Gomez »mit einem Elfmeterpfiff gerechnet« hatte, lupfte Stark den Ball noch im Fallen über den eigenen Keeper, erzielte somit den Treffer des Tages und auch das erste Tor des VfB seit über vier Spielen (78.).

Den Schlusspfiff erlebte Gomez dann nach einem Gesichtswischer gegen Stark (89.) nur mit Glück. Danach schnappte ihn sich Stadionsprecher Holger Laser. Nur um vom Nationalspieler eine galante Antwort auf die Frage zu bekommen, ob das Eigentor nicht irgendwie auch sein Treffer gewesen sei: »Nein, es war unser Tor.«

Das stimmte wiederum in jeder Hinsicht. Schließlich hatte der Verein ja im Zuge des Transfers alles getan, um dem Rückkehrer den Neustart so einfach wie möglich zu machen. Deshalb hatte Trainer Hannes Wolf vom 3-4-3 auf ein 4-2-3-1-System umgestellt. Anastasios Donis, Chadrac Akolo und Berkay Özcan agierten hinter dem Rückkehrer.

Daniel Ginczek blieb dafür auf der Bank und wurde erst nach knapp einer Stunde eingewechselt. Zu diesem Zeitpunkt war der VfB Stuttgart die bessere Mannschaft, nachdem die Hertha BSC im ersten Durchgang durch Valentino Lazaros Pfostenschuss (23.) und Salomon Kalou (41.) durchaus zu guten Chancen gekommen war.

Doch aufgrund der Stuttgarter Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel ging der Sieg der Hausherren letztlich in Ordnung - auch aus dramaturgischen Gründen. Schließlich mag man sich nicht vorstellen, wie denn die Stimmung in Stuttgart ausgefallen wäre, wenn es trotz der Gomez-Rückkehr daheim die fünfte Niederlage in Folge gehagelt hätte.

Applaus gab es nach dem wichtigen Sieg dann auch für alle Stuttgarter Spieler - wobei der für für den zurückgekehrten Mario Gomez dann doch etwas lauter ausfiel. »Die Leute wissen eben, dass Mario zu keinem anderen Bundesligisten gegangen wäre«, erläuterte das Sportdirektor Reschke die klare Sympathiebekundung der Fans, »nur zum VfB!«

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