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»Ich breche jedes Jahr Rekorde«

Die junge Tennisspielerin Marta Kostjuk ist die Überraschung der ersten Woche bei den Australian Open

  • Von Cai-Simon Preuten, Melbourne
  • Lesedauer: 3 Min.

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Für einen kurzen Moment verging Marta Kostjuk ihr jugendlicher Leichtsinn. »Oh mein Gott, das ist ja beängstigend«, flüsterte die Ukrainerin, als sie vor die versammelte Weltpresse trat. Lange hielt der Schrecken jedoch nicht an. Sekunden später plapperte Kostjuk drauf los, als hätte sie in den 15 Jahren ihres jungen Lebens nie etwas anderes getan.

Angst vor großen Bühnen oder großen Namen hat die Überraschung der ersten Turniertage der Australian Open nicht. Im Gegenteil. Auf den Hinweis, dass sie als jüngste Spielerin seit der so erfolgreichen Schweizerin Martina Hingis vor 22 Jahren die dritte Runde in Melbourne erreicht hat, sagte sie nach ihrem Sieg über die Australierin Olivia Rogowska (6:3, 7:5): »Ich breche jedes Jahr Rekorde. Das ist schon okay für mich.«

Frech, forsch, furchtlos: So tritt Kostjuk bei ihrem Debüt im Kreis der weltbesten Spielerinnen auf. Im vergangenen Jahr hatte sie den Titel bei den Juniorinnen gewonnen und dafür eine Wildcard für die Qualifikation erhalten. Zusammengenommen ist sie im Melbourne Park seit elf Matches ungeschlagen und rechnet sich auch für die nächste Partie am Freitag gegen ihre mitfavorisierte Landsfrau Jelena Switolina Chancen aus. »Ich will mein bestes Tennis zeigen, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass sie wie alle meine Gegnerinnen etwas nervös sein wird. Das will ich nutzen«, sagte Kostjuk. Switolina glaubt zu wissen, was auf sie zukommt: »Sie hat nichts zu verlieren und wird auf jeden Ball draufgehen. Ein bisschen wie ein kopfloses Hühnchen.«

Wenn sich die Weltranglistenvierte da mal nicht täuscht. Kostjuk darf auf Ratschläge vertrauen, die niemand sonst in ihrem Alter bekommt. Ihr Manager ist der Kroate Ivan Ljubicic, im Hauptberuf Trainer des Schweizer Großmeisters Roger Federer. Er analysiert das Spiel der Ukrainerin - und auch der Titelverteidiger selbst hat den einen oder anderen Tipp für Kostjuk parat. »Wir haben schon zweimal länger miteinander gesprochen«, erzählte sie: »Das war sehr nett.«

Ihren rasanten Aufstieg verdankt Kostjuk jedoch vor allem ihrem eigenen scheinbar unstillbaren Ehrgeiz. Sie weiß genau, was sie will. »Ich bin so glücklich, dass die Juniorinnenzeit vorbei ist. Sie war eine Erfahrung, aber du fängst erst wirklich an zu arbeiten, wenn du dafür Geld bekommst«, sagte Kostjuk. »Du arbeitest hart, steckst viel Energie in deinen Job und wirst mit Geld belohnt«, beschreibt sie ihre Motivation.

Die sollte mit dem ersten großen Prämienscheck ihres Lebens weiter wachsen. Hatte sie bislang 6733 Dollar verdient, bekommt sie für den Einzug in die dritte Runde bereits 113 647 Dollar (rund 92 800 Euro). Sie wisse schon, was sie davon kaufen möchte, sagte Kostjuk. Nichts Großes, ein paar Geschenke für die Familie, »und dann auch noch ein bisschen was für mich«. Was genau, sagte sie dann aber nicht. SID/nd

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