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Wir haben Schmidt satt!

Robert D. Meyer sehnt sich nach einem neuen Agrarminister

  • Von Robert D. Meyer
  • Lesedauer: 1 Min.

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Normalerweise sind die jährliche Demonstration für eine Agrarwende und die Suche nach einer neuen Bundesregierung zwei Ereignisse, die zeitlich nicht zusammenfallen. Wenn im Januar Zehntausende Menschen anlässlich der Grünen Woche in Berlin erklären, warum ihnen die industrielle Landwirtschaft mindestens genauso stinkt wie die überschüssige Gülle aus der Tiermast, dann ist die Machtfrage in Berlin normalerweise schon lange geklärt.

Doch weil dieses Jahr alles anders ist, bietet sich für potenzielle Koalitionäre die Gelegenheit, aus den Protesten des Wochenendes zu lernen. Wichtigste Erkenntnis: Einen Agrarminister Christian Schmidt haben alle Kritiker satt! Der CSU-Politiker erwies sich nämlich immer wieder als oberster Lobbyist der konventionellen Landwirtschaft mit Ministertitel. Egal ob sein striktes Nein zu einem Verbot des Kükenschredderns, sein Ja zu Glyphosat oder sein Einsatz für ein staatliches Tierwohllabel, das diesen Namen eigentlich nicht verdient - Schmidt brillierte in seiner rund vierjährigen Amtszeit nicht nur als Bewahrer des alten Systems, sondern bewies auch seine Unfähigkeit, über den Tellerrand seines Ressorts hinausblicken zu können. Agrar- und Klimapolitik? Für Schmidt bestand da nie ein Zusammenhang. Allein das disqualifiziert ihn für jegliche Anschlussverwendung.

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