Werbung
  • Berlin
  • Personalengpass im Gesundheitsdienst

Struktur muss fit gemacht werden

Martin Kröger über das System der Behörden für Gesundheit

  • Von Martin Kröger
  • Lesedauer: 1 Min.

Wer glaubt, dass die Ärztegewerkschaft Marburger Bund in der Frage des Öffentlichen Gesundheitsdienstes übertreibt, könnte im Extremfall eines Besseren belehrt werden. Wenn nämlich - wie im Fall der Masern-Epidemie vor drei Jahren - wichtige Entscheidungen zu einem Seuchenausbruch zu treffen sind, wird das Funktionieren des Öffentlichen Gesundheitsdienstes im wahrsten Sinne des Wortes überlebenswichtig. Denn in solchen Situationen dürfen seuchenmedizinische Entscheidungen nur von Amtsärzten getroffen werden, die in die Struktur des Öffentlichen Gesundheitsdienstes eingebunden sind.

An dieser wichtigen Stelle gibt es aber einen Personalengpass. Denn von diesen, jeweils für einen Bezirk zuständigen Medizinern, gehen in den nächsten drei Jahren fünf in den Ruhestand. Viele arbeiten schon jetzt, erklärte der Marburger Bund auf der Pressekonferenz, ohne Stellvertreter.

Das ist und kann kein Zustand sein. Schließlich trifft der Ärztemangel wegen der schlechten Bezahlung auch andere Bereiche des Öffentlichen Gesundheitsdienstes wie etwa den Verbraucherschutz oder die Überwachung der Hygiene in Kliniken. Es ist deshalb zu begrüßen, dass Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) die schlechte Bezahlung in diesem Bereich durch Zulagen verbessern will, denn die Personallücke muss schnellstens geschlossen werden.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln