Werbung

Ein Vollmond fehlt am Himmel

Sonne, Mond und Sterne im Februar

  • Von Hans-Ulrich Keller, Stuttgart
  • Lesedauer: 4 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Der Februar wartet mit einer astronomischen Besonderheit auf: Es gibt keinen Vollmond. Der Grund: Der Februar hat - außer in Schaltjahren - 28 Tage. Eine volle Lunation, also beispielsweise die Zeitspanne von Vollmond zu Vollmond, dauert hingegen 29 und einen halben Tag. Da es am 31. Januar mittags einen Vollmond gibt, folgt der nächste in der Nacht vom 1. auf 2. März. Der Februar geht somit leer aus.

Im Januar gab es hingegen gleich zwei Vollmondtermine und auch im März wird sich unser Nachbar im All zweimal voll beleuchtet zeigen. Letztmals blieb der Februar 1999 ohne Vollmond, das nächste Mal gibt es 2037 ein solches Ereignis.

In diesem Jahr tritt am 15. Februar um 22.05 Uhr die Neumondphase ein. Dabei bedeckt der dunkle Neumond die Sonne, es ereignet sich eine partielle Sonnenfinsternis. Sie bleibt von der gesamten Nordhalbkugel der Erde aus unbeobachtbar und ist lediglich in der Antarktis, im südlichen Eismeer und von der Südspitze Südamerikas aus zu sehen. Mit 405 700 Kilometer kommt der Mond am 11. in Erdferne. Am 27. hält er sich mit 363 930 Kilometer in Erdnähe auf.

Der abendliche Sternenhimmel war in den letzten Monaten ohne helle, freisichtige Planeten. Dies ändert sich nun allmählich. Mitte Februar erscheint Venus auf der abendlichen Himmelsbühne. Anfang des Jahres hat sie die Seiten gewechselt und beginnt nun ihre Periode als Abendstern. Venus ist zwar nach Sonne und Mond das hellste Gestirn an unserem Firmament. Vorläufig ist sie aber noch nicht besonders auffällig. Sie ist unter günstigen Bedingungen und bei freier Sicht zum Westhimmel in der Abenddämmerung knapp über dem Westhorizont als heller Lichtpunkt auszumachen. Im Fernrohr erscheint sie als winziges, rundliches Scheibchen.

Erst im September wird man Venus als relativ große, schlanke Sichel im Teleskop erkennen. Sie wird dann auch mit maximaler Helligkeit strahlen. Zur Monatsmitte zieht sich die Venus etwa eine Viertelstunde nach sechs Uhr abends zurück und wird im Horizontdunst unsichtbar. Ende Februar geht sie um 19 Uhr unter.

Die Wintersternbilder sind gegen zehn Uhr abends schon deutlich nach Westen gerückt, Orion und Sirius im Großen Hund sind im Südwesten zu sehen, der Stier mit dem rötlichen Aldebaran steht noch am Westhimmel. Steil über unseren Köpfen erblickt man die beiden Sternenketten der Zwillinge und nordwestlich von ihnen strahlt die helle, gelbliche Kapella im Fuhrmann.

Der Große Wagen schiebt sich im Nordosten immer höher, während die Kassiopeia, das Himmels-W, im Nordwesten herabsinkt. Im Südosten ist der Löwe erschienen. Als Leitsternbild des Frühlingshimmels kündigt er die kommende Jahreszeit an. Sein hellster Stern, der bläulich funkelt, wurde von Nikolaus Kopernikus »Regulus« getauft, was so viel wie »Kleiner König« heißt. Allerdings war Regulus bereits den alten Babyloniern als Königsstern bekannt. Am 1. Februar zieht gegen 19 Uhr abends der noch fast volle Mond knapp nördlich an Regulus vorbei.

Zwischen den Zwillingen hoch im Süden und dem Löwen liegt der Krebs. Da sich keine hellen Sterne im Krebs befinden, fällt er kaum auf. Am Firmament sieht man dieses Sternbild nur unter sehr guten Sichtbedingungen, nicht aber durch die licht- und schmutzverseuchten Dunstglocken über Städten und Siedlungen. Im Krebs liegt auch der offene Sternhaufen der Krippe, lateinisch Praesepe genannt, ein schönes Fernglasobjekt. Seine Sternenpracht wird aber erst im Teleskop so richtig deutlich.

Jupiter beherrscht als hellster Planet die zweite Nachthälfte. Der Riesenplanet wandert durch das Sternbild Waage und verlagert seine Aufgänge in die Zeit kurz nach Mitternacht. Steigt Jupiter Anfang Februar eine Viertelstunde nach 2 Uhr morgens über die südöstliche Horizontlinie, so erfolgt am Monatsende sein Aufgang schon 40 Minuten nach Mitternacht. Saturn im Sternbild Schütze kann am Morgenhimmel erspäht werden. Am 1. geht der Ringplanet kurz vor 6 Uhr morgens auf, am 28. schon eine Viertelstunde nach 4 Uhr.

Mars baut seine Stellung am Morgenhimmel aus. Die Marsaufgänge verfrühen sich von 3.30 Uhr morgens auf 3 Uhr Ende Februar. Der Rote Planet eilt durch den Skorpion und passiert am 1. den Stern Acrab und am 10. den Hauptstern des Skorpions 5 Grad nördlich. Der Hauptstern des Skorpions wird Antares genannt, was »marsähnlicher Stern« bedeutet. Der römische Kriegsgott Mars hieß bei den Griechen Ares. Antares leuchtet ähnlich rot wie Mars, daher seine Bezeichnung. Jetzt kann man gut beide Gestirne miteinander vergleichen.

Die Planetenparade Jupiter - Mars - Saturn, an der die immer dünner werdende Sichel des abnehmenden Mondes vom 8. bis 11. vorbeizieht, ist gegen 6 Uhr morgens über dem Südosthorizont zu sehen. Der flinke und sonnennahe Merkur zeigt sich uns im Februar nicht.

Die Sonne wandert entlang am aufsteigenden Teil ihrer Jahresbahn. Sie nähert sich dem Himmelsäquator, den sie aber erst im März zu Frühlingsbeginn erreicht. Am 16. wechselt sie mittags aus dem Sternbild Steinbock in das Sternbild Wassermann. Zwei Tage später tritt sie am frühen Abend in das Tierkreiszeichen Fische. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt um neun Grad zu, die Tageslänge wächst um eineinhalb Stunden. dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen