Werbung

Dieter Gantz gestorben

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

»Den Konflikten und Katastrophen der Zeit«, schrieb nd-Rezensent Klaus Hammer 2014 über eine Ausstellung von Dieter Gantz, »antwortet der Künstler mit der Gestaltung von Schrecken und Herausforderung.« Einerseits ziehe es den Berliner Maler und Grafiker »unwiderstehlich zu einer Art von ›Masken-Abbildern‹, die die spielerische und groteske Ebene seiner Kunst am deutlichsten reflektiert«. Andererseits werde ihm das Leben »zur Allegorie von Leben und Vergehen. Die Zeit scheint an der Schnittstelle zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft erstarrt zu sein.«

Wie »nd« vom Sohn des Künstlers erfuhr, ist Dieter Gantz nun im Alter von 85 Jahren gestorben. Gebürtig im sachsen-anhaltinischen Reideburg, studierte er Malerei an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst und an der Hochschule der Künste in Berlin. Nach zwei Jahrzehnten als freischaffender Künstler wurde er 1980 als Hochschullehrer an die Kunsthochschule Berlin-Weißensee berufen, der er als Professor bis in die 90er Jahre verbunden blieb. Bereits ab 1970 war er zudem stellvertretender Vorsitzender der Bezirksorganisation des Verbandes Bildender Künstler der DDR. Gantz gehörte 1989 zu den Unterzeichnern einer Erklärung, die die Partei- und Staatsführung kritisierte und zum Gewaltverzicht aufrief.

In den Werken des Künstlers finden sich zahlreiche Spuren seiner Reisen nach Russland, Finnland, Holland, Kroatien, Italien, Schweden und Belgien, aber auch seiner Ausflüge ins Berliner Umland. Gantz’ Malerei, so Klaus Hammer, »bezieht die Architektur ebenso wie die pulsierende Menschenmenge mit ein«. Die Fähigkeit, »die Materialität der Welt nicht durch die Dimension oder Faktur des Motivs, sondern durch die Faktur und Farbe der Malschicht wiederzugeben«, mache die spezifische Eigenschaft seiner »beweglichen Malerei« aus.

Als Wandmaler hat Gantz das Berliner Stadtbild mitgeprägt, so mit den Fassadengemälden »Pankower Marktleben« (1987) in der Berliner Straße und »Das Rad« (1986) an einem Marzahner Schulgebäude. Bis zuletzt, so der Sohn gegenüber »nd«, habe sein Vater sich künstlerisch mit gesellschaftlichen und politischen Fragen auseinandergesetzt. Sein letztes Bild, ein Kommentar zur Flüchtlingsfrage, stehe unvollendet noch auf der Staffelei. mha

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen