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  • Bildungspolitik der Großen Koalition

Mutlose Koalitionäre

Lena Tietgen über die Pläne der Politik für die Ganztagsschule

  • Von Lena Tietgen
  • Lesedauer: 2 Min.

Liebe Koalitionäre, auch in puncto Ganztagsschule muss nachgebessert werden. Die vorgesehene Flexibilität bei der Umsetzung des Rechts auf Ganztagsbetreuung lässt offen, ob es sich um ein sozialpädagogisches oder ein schulisches Angebot handeln wird. Dieses halbherzige Versprechen wird die Ungleichheit im deutschen Schulsystem weiter verschärfen. Mit welchem Wissensvorsprung werden Kinder, die in einer gebundenen Ganztagsschule besser gefördert werden können als in der klassischen Halbtagsschule, in die weiterführenden Schule gehen?

Gerechtigkeit und Bildungsoffensive gehen anders. Dass Investitionen in Bildung getätigt werden müssen, ist mittlerweile eine Binsenwahrheit. Nicht allein, dass die vorgesehenen Finanzen nicht reichen werden, um all die - schon wörtlich gesprochenen - Baustellen zu beheben, es fehlt der Union und der SPD auch an Mut. Mut, um endlich das Kooperationsverbot für allgemeinbildende Schulen aufzuheben. Mut, um endlich ein durchkonzipiertes Ganztagsschulangebot für alle Schulformen auf den Weg zu bringen. Mut, um Inklusion konsequenter umzusetzen.

Hören wir doch endlich in Deutschland auf, Bildung kleinteilig und selektierend zu denken. Dies entspricht bei fast allen Eltern schon lange nicht mehr der Lebenswirklichkeit. In vielen Familien wollen, bei den meisten müssen beide Elternteile arbeiten. Sie wünschen, ihre Kinder in der Zeit gut untergebracht zu sehen. Und gut heißt, die Kinder werden pädagogisch wertvoll betreut und zum Lernen angehalten. In einer Wissensgesellschaft, in der rasanter Fortschritt zu ebenso schnellen Veränderungen führt, gehört ein entsprechendes schulisches Angebot mit entsprechend ausgebildeten Lehrer inklusive Sozialpädagogen dazu.

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