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Tropfen für Tropfen ein gutes Gefühl

Solidarisch gehandeltes und verkauftes Öl aus Griechenland gibt es auch im nd-Shop

  • Von Heidi Diehl
  • Lesedauer: 5 Min.

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Dass Olivenöl gut für die Gesundheit ist, ist inzwischen ein alter Hut. Ebenso, dass es qualitativ hochwertige und weniger hochwertige Öle aus der »Frucht der Götter« gibt. Doch selbst unter denen, die mit »besonders gut« bewertet werden, dürfte dieses Öl etwas Außergewöhnliches sein: Es veredelt nicht nur viele Speisen und tut dem Körper gut, es ist obendrein auch noch Seelenfutter pur. Denn jeder genossene Tropfen hinterlässt das gute Gefühl, etwas für andere getan zu haben – für ihr Ein- und Auskommen und nicht zuletzt für ihr Selbstwertgefühl. Mit jeder gekauften Flasche helfen Sie mit, griechischen Familien ein selbstbestimmtes Leben in Würde zu ermöglichen, und tun obendrein Gutes für sich selbst.

Die rund 700 Bäume, an denen die Oliven wachsen, wurzeln seit vielen Jahren rund um den Ort Daras auf dem Peloponnes im Süden Griechenlands und sind im privaten Besitz von Leuten, die das Öl ursprünglich bestenfalls für den eigenen Verbrauch herstellten und ansonsten einem »ordentlichen« Beruf in Athen nachgingen. Doch mit der Krise änderte sich alles – sie verloren ihren Job und wussten schon bald nicht mehr, wie sie ihre Familien ernähren sollten. Bis den fünf Freunden die rettende Idee kam: Sie gründeten eine Kooperative mit dem Ziel, das Öl ihrer Bäume gemeinsam zu vermarkten und sich so eine neue Lebensgrundlage zu schaffen. Außerdem wollten sie sich als Teil einer solidarischen Ökonomie verstehen, auf faire Preise, gerechte Löhne und eine hohe Qualität der Produkte setzen. Das war 2010.

Von Anfang an verzichteten die Mitglieder der Kooperative auf Zwischenhändler und verkauften ihr Öl ausschließlich in kleinen Läden und Verbrauchergenossenschaften in Griechenland. Von den Einnahmen konnten sie gerade so überleben. Mehr aber auch nicht. Vor zwei Jahren dann begannen sie, über verschiedene Kampagnen ihr hochwertiges Öl auch in Deutschland zu verkaufen. Zu beiderseitigem Nutzen: Die Käufer konnten sich sicher sein, ein besonders hochwertiges Öl zu bekommen, die Kooperative erzielte überlebenswichtige Einnahmen, um das Projekt weiterzuführen.

Nun wurde die Zusammenarbeit auf eine neue Stufe gestellt, die dazu beitragen soll, dass die inzwischen rund 30 Mitglieder der Kooperationsgemeinschaft langfristig nicht nur überleben, sondern von ihrem Öl leben können. Dazu wurde in Berlin SolidariTrade, die Genossenschaft für solidarisches Handeln gegründet. Sie kauft den Produzenten alljährlich nicht nur eine bestimmte Menge Öl ab, sondern zahlt dafür auch 40 Prozent über dem handelsüblichen Preis für Öl in Griechenland. Der wird im Übrigen alljährlich – ähnlich wie bei Erdöl oder Erdgas – neu festgelegt und ist von vielerlei Umständen abhängig, zum Beispiel der durch unterschiedliche Faktoren bedingten Gesamterntemenge und der Qualität der Früchte.

Mit dem Öl hat SolidariTrade einen Anfang gemacht, künftig sollen die Aktivitäten der Genossenschaft auch auf andere Produkte ausgeweitet werden. Allem zugrunde liegt die Idee, einen solidarischen Beitrag für die Wirtschaft der Länder zu leisten, für die Produzenten Planungssicherheit herzustellen und darüber hinaus Solidarität zu üben. Denn ein Teil des Verkaufspreises der Produkte – beim Öl ein Euro pro Liter – fließt in solidarische Projekte. Eines davon ist das City Plaza Hotel in Athen. Jahrelang stand das ehemalige Hotel leer, bis es 2016 rund 250 Aktivisten und Geflüchtete besetzten, um es in eine Unterkunft und einen zentralen Ort der Solidaritätsbewegung zu verwandeln. Heute bietet das Haus nicht nur Schlafplätze für Geflüchtete und drei warme Mahlzeiten für jeden am Tag, es gibt auch eine Bibliothek, und hier werden auch Medikamente und Hygieneartikel kostenlos an Bedürftige verteilt. Seit dem vergangenen Sommer allerdings ist die Fortführung des Projekts bedroht – das City Plaza soll geräumt werden. Die Genossenschaft SolidariTrade will durch ihre finanzielle Unterstützung mithelfen, dass das »beste Hotel der Welt« bleiben kann und eine Zukunft hat. Mit dem »Soli-Euro« wird auch eine Geflüchteteninitiative auf Lesbos unterstützt, ebenso »Solidarity 4 all«, eine Initiative in Griechenland, die sich um Menschen kümmert, die von der Krise betroffen sind.

6000 Liter Öl hat SolidariTrade erst einmal von der neuen Ernte bestellt, die man ab Februar in Deutschland kaufen kann. Der einfachste Weg für nd-Leserinnen und -leser, davon etwas abzubekommen, ist es, das Öl im nd-Shop zu erwerben: Die Ein-Liter-Flasche kostet zwölf, der Fünf-Liter-Kanister 50 Euro. Und jeder Tropfen ist ein Stückchen Solidarität.

Eine andere Möglichkeit ist es, das Öl direkt über die Webseite von SolidariTrade zu bestellen. Ab März/April wird es dann verschickt, oder man holt es sich in Berlin, München, Bochum oder Frankfurt selbst ab. Dort werden dann zu bestimmten Terminen auch Mitglieder der Kooperative »Messinis Gea« vom Peloponnes anwesend sein und über ihr Projekt erzählen. Die Termine kann man demnächst ebenfalls auf der Website finden.

Bleibt noch ein Wort zum Öl selbst: Es wird aus Koroneiki-Oliven gewonnen, die zu den besten Sorten zählen, weil sie ohne oder mit sehr geringem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auskommen. Die Früchte haben einen hohen Polyphenolgehalt, was besonders gesund ist und dafür sorgt, dass das Öl sehr lange haltbar ist. Laut Produzentenaussage liegt der Säuregehalt unter 0,5 Prozent und entspricht damit der höchsten Qualitätsstufe »Extra Virgin« (laut einer EU-Verordnung muss ein solches Öl unter 0,8 Prozent Säure aufweisen). Schonend gepresst werden die Früchte bei einer Temperatur von nur 26 bis 27 Grad Celsius, was einer Kaltpressung entspricht.

Mehr Infos unter: www.solidaritrade.de
Öl online erhältlich unter: dasND.de/solioel

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