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500.000 Beschäftigte im Metall-Streik

24-Stunden-Streiks haben begonnen / Gewerkschaft kämpft für sechs Prozent mehr Geld und Möglichkeiten zur Reduzierung der Arbeitszeit auf 28 Wochenstunden

  • Lesedauer: 3 Min.

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Frankfurt/Main. Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie haben Metallarbeiter in mehreren Bundesländern mit ganztägigen Warnstreiks begonnen. Mit Beginn der Nachtschicht am späten Dienstagabend sind unter anderem in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bremen einzelne Betriebe bestreikt worden, wie Sprecher der IG Metall in den jeweiligen Bezirken sagten. Im Norden waren Betriebe in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen betroffen. Insgesamt rund 5000 Mitarbeiter in zehn Betrieben vom Großraum Oldenburg bis Flensburg waren aufgerufen, die Arbeit niederzulegen.

Der Betrieb soll nach dem Willen der Gewerkschaft 24 Stunden ruhen. Die IG Metall sprach vor Beginn von bis zu 500.000 Beteiligten über sämtliche Betriebsgrößen, Regionen und Branchen hinweg.

Die Gewerkschaft verlangt sechs Prozent mehr Geld und Möglichkeiten zur Reduzierung der Arbeitszeit auf 28 Wochenstunden. Bestimmte Gruppen wie Schichtarbeiter, pflegende Angehörige oder Eltern junger Kinder sollen nach ihrer Vorstellung einen Teilausgleich für entgangenen Lohn erhalten, was die Arbeitgeber strikt ablehnen. Sie verlangen zudem, das verfügbare Arbeitsvolumen zu erhalten.

Bis einschließlich Freitag sollen nach jüngsten Zählungen an die 275 Betriebe im gesamten Bundesgebiet bestreikt werden, ohne dass zuvor eine Urabstimmung stattgefunden hätte. Die IG Metall hatte nach eigenen Angaben nur die Beschäftigten in den betroffenen Betrieben gefragt und dort jeweils klare Mehrheiten für die Aktionen erhalten. Die Teilnehmer bekommen im Unterschied zu kürzeren Warnstreikaktionen von der Gewerkschaft einen finanziellen Ausgleich für Lohnverluste.

Unternehmer wollen an Verhandlungstisch

Die Unternehmer der Metallindustrie wollen unterdessen an den Verhandlungstisch zurück. »Unser Einigungswille ist nach wie vor gegeben, und wir werden auch so schnell wie möglich wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren«, sagte der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Rainer Dulger, am Mittwoch dem Bayerischen Rundfunk.

Er kritisierte die IG Metall für ihre neue Streiktaktik: »Die Tagesstreiks, die wir im Moment erleben, sind lange im Voraus geplante Mitgliederwerbemaßnahmen aus unserer Sicht.« Bei den am vergangenen Samstag abgebrochenen Verhandlungen in Stuttgart sei bei der Gewerkschaft der »Wille nach Streik« größer gewesen als »der nach Einigung«. IG-Metall-Vertreter hatten klargemacht, dass nach entsprechenden Signalen der Arbeitgeber frühestens von Samstag an wieder verhandelt werden könne.

IG-Metall-Chef sieht Klagen gelassen entgegen

Die regionalen Mitgliedsverbände werden Dulger zufolge gegen die Tagesstreiks Klagen einreichen. Eine erste Klageschrift von Sachsenmetall war bereits am Dienstag beim Arbeitsgericht Frankfurt eingegangen. Die Verbände verzichteten aber zunächst darauf, einstweilige Verfügungen gegen die Streiks zu beantragen. Die angestrebten Hauptsacheverfahren bringen keine schnelle Lösung, wie Dulger glaubt. »Das wird relativ lange dauern, und davon werden die jetzt laufenden Streiks unbeeinflusst bleiben.«

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann zeigte sich angesichts der bevorstehenden Klagen gelassen. »Die rechtliche Begründung dieser Klagen ist so tendenzgeprägt, dass ich mir da in einem Land mit freier Justiz keinen Kopf mache«, sagte Hofmann dem »Handelsblatt«. Es sei jetzt außerdem an den Arbeitgebern, in den kommenden drei Tagen ein Signal der Gesprächsbereitschaft zu zeigen. »Ich halte es auf jeden Fall für wünschenswert, noch ein Ergebnis ohne Flächenstreiks zu erzielen.« Agenturen/nd

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