Werbung

Guter Staat, böser Staat?

Niklas Franzen über den »Atlas der Zivilgesellschaft«

  • Von Niklas Franzen
  • Lesedauer: 1 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die Ergebnisse sind schockierend: Der am Mittwoch von Brot für die Welt und der Organisation für Bürgerbeteiligung Civicus vorgestellte »Atlas der Zivilgesellschaft« zeigt, dass nur zwei Prozent der Weltbevölkerung in Staaten lebt, in denen sie ihre Grundrechte auf Meinungsäußerung, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit uneingeschränkt ausüben können. In mehr als 20 Staaten herrscht dagegen »eine Atmosphäre der Furcht«. Dies zu kritisieren ist richtig und wichtig. Allerdings: Eine Kategorisierung in guter Staat und böser Staat ist problematisch.

Der Atlas teilt Länder nach den Freiheitsgraden in fünf Gruppen ein. 21 Länder haben eine weiße Weste. In diesen Staaten sei es »ohne rechtliche oder praktische Hürden möglich, Vereinigungen zu bilden, im öffentlichen Raum Demonstrationen abzuhalten und Informationen zu erhalten und zu verbreiten«. Auch Deutschland fällt in diese Kategorie. In Anbetracht des Verbots linker Medien, von G20 oder der BND-Überwachung ist dies mehr als zynisch. Sicherlich: Deutschland ist freier als Nordkorea oder Saudi-Arabien. Aber Heiligenscheine für bestimmte Staaten verschleiern Probleme eher, als dass sie diese sichtbar machen. Anstatt Länder nach ihrem Freiheitsgrad einzuteilen, sollten Angriffe auf die Zivilgesellschaft dort kritisiert werden, wo sie stattfinden: nämlich überall.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen

nd-Kiosk-Finder