Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Starker Gegenwind für den Bundestrainer

Vor dem Allstar-Spiel in Leipzig fordern einige Bundesligaklubs vom Deutschen Handball-Bund eine schnelle Entscheidung über die Zukunft von Christian Prokop

  • Von Florian Krebl, Leipzig
  • Lesedauer: 3 Min.

Wenn die Handball-Nationalmannschaft der Männer erstmals nach der EM-Enttäuschung in Leipzig zum Allstar-Spiel zusammenkommt, könnte es bereits eine Tendenz in der Bundestrainerfrage geben: Bleibt oder geht der angeschlagene Christian Prokop? Vor der Showveranstaltung an diesem Freitag tagt das Präsidium des Deutschen Handballbundes (DHB). Der wohl wichtigste Tagesordnungspunkt: Die Zukunft Prokops.

»Es wird in keinem Falle um die sportfachliche Kompetenz gehen, sondern um das, was es da an atmosphärischen Störungen gegeben hat«, sagte Uwe Schwenker, Präsident der Handball Bundesliga (HBL), am Donnerstag. Er trägt bei der DHB-Sitzung die Haltung der Liga zu Prokop vor. Die sei laut Schwenkers Angaben nach der Telefonkonferenz des HBL-Präsidiums am Mittwoch »komplex«.

Nach dem Ausscheiden in der Hauptrunde der EM in Kroatien ist der Gegenwind für den 39-Jährigen Trainer stark. DHB-Vizepräsident Bob Hanning hatte zuvor eine umfangreiche Analyse in den nächsten vier bis sechs Wochen angekündigt. Auch Schwenker will sich nicht treiben lassen. »Ich würde das jetzt nicht an Tagen und Wochen festmachen wollen: Gut geht vor schnell«, sagte er. Schwenker werde sich »auch von niemandem unter Druck setzen lassen«. Zuvor hatte jedoch HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann öffentlich gefordert, dass »eine Entscheidung über eine Weiterbeschäftigung von Christian Prokop deutlich eher« fallen müsse, als von Hanning veranschlagt.

Beim ersten Auftritt nach dem EM-Aus sind in Leipzig also alle Augen auf Prokop gerichtet. Wie reagiert er auf Fragen nach seiner Zukunft? Wie verhält er sich im Zusammenspiel mit der Mannschaft? Fast den kompletten EM-Kader hat er für das Spiel nominiert. Nur der verletzte Rückraumspieler Paul Drux sowie Kreisläufer Patrick Wiencek fehlen. Stattdessen stehen Fabian Wiede (Berlin) und Marian Michalczik (Minden) im Aufgebot. Im Duell mit einer internationalen Bundesligaauswahl steht das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer im Mittelpunkt.

Nach der EM war viel von internen Unstimmigkeiten berichtet worden. Dass Prokop Abwehrchef Finn Lemke zunächst nicht für die Titelkämpfe nominiert hatte, war ihm ebenso angelastet worden wie einige taktische Entscheidungen. Aus der Liga hagelte es Kritik. Die Gerüchte um die Beteiligung der Liga an einer Abfindung im Falle einer Entlassung Prokops dementierte Schwenker jedoch. »Es ist in keinster Weise auf Ligaebene darüber diskutiert worden. Das würde ja schon der zweite Schritt vor dem ersten sein«, sagte der frühere Geschäftsführer des THW Kiel: »Das fände ich überaus unglücklich und unseriös.« Prokop war 2017 für eine Ablöse von 500 000 Euro vom Bundesligisten SC DHfK Leipzig zum DHB gewechselt.

Für den Fall von Prokops Demission werden bereits verschiedene Nachfolger gehandelt, darunter Ex-Frauen-Bundestrainer Michael Biegler, Alfred Gislason und der frühere Hamburger Meistertrainer Martin Schwalb. Letzterer wollte sich dazu nicht äußern: »Wenn jemand im Amt ist, spekuliert man nicht.« SID/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln