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Aufschwung West in der LINKEN

Wolfgang Hübner über die Mitgliederentwicklung der PDS-WASG-Fusion

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 1 Min.

Die Zeiten, da die PDS nur mit dem Zusatz »SED-Nachfolgepartei« erwähnt wurde, sind vorbei. Spätestens seit sie sich vor gut zehn Jahren mit der WASG zur LINKEN zusammenschloss, zweifelt kaum noch jemand am Bild einer gesamtdeutschen Partei. Zwar immer noch mit einem Ost-West-Gefälle, aber mit zunehmend fester Verankerung auch in den alten Bundesländern.

Diese Entwicklung wird nun sinnfällig durch eine statistische Trendwende. Erstmals hatte die Linkspartei Ende 2017 mehr Mitglieder in den alten als in den neuen Ländern – wenn man die lange geteilte Ost-West-Stadt Berlin als Sonderfall betrachtet. In diesem Befund stecken eine gute und eine schlechte Nachricht. Einerseits gelingt es der Partei durch zähe Basisarbeit im Westen, auf eine längere Zeitspanne betrachtet allmählich stärker zu werden – auch dort, wo es eine für Organisation und Außenwirkung wichtige Landtagsfraktion noch nicht oder nicht mehr gibt.

Andererseits allerdings verlieren die Landesverbände Ost weiter Mitglieder, ganz maßgeblich verursacht durch die Überalterung der Basis. Dieser Trend konnte noch nicht umgekehrt werden – auch hier bildet Berlin eine Ausnahme. Eine Ostpartei kann man die LINKE nur noch sehr bedingt nennen. Sie kommt in der deutsch-deutschen Normalität an. Nicht als gesamtdeutsche Splitterpartei, wie es ihre Gegner lange wünschten, sondern als gesamtdeutsche politische Kraft von Gewicht.

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