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BER-Anrainer warnen vor Verkehrschaos

Der Flughafen-Landkreis Dahme-Spreewald sieht angesichts des Masterplans für den weiteren Ausbau des neuen Hauptstadtflughafens BER noch offene Fragen. Das von der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) vorgelegte Konzept für die Kapazitätsverdoppelung bis 2040 biete für den Verkehr vom und zum Flughafen sowie in seinem Umfeld nicht die beste Lösung. Darauf verweist Vize-Landrat Chris Halecker (LINKE) in der Februar-Ausgabe der Anwohnerzeitschrift »BER aktuell«. Dort kündigt er in einem Interview Investitionen des Kreises von 100 Millionen Euro bis 2020 in die Infrastruktur im BER-Umfeld an.

»Die Infrastrukturinvestitionen sind notwendig, um den wachsenden Individualverkehr, gewerblichen und öffentlichen Verkehr in und um den Flughafen beherrschbar zu gestalten, damit man sich nicht zum Flughafen ›staut‹«, so Halecker. Ihm fehle völlig eine Westanbindung des Flughafens. »Hier ist der Landkreis gefragt, mit allen Beteiligten Lösungsansätze zu erarbeiten, um nicht an einem Verkehrsinfarkt zu ersticken.«

Autofahrer aus Berlin erreichen den BER bislang über die stauanfällige A 113, die in Brandenburg zur A 13 wird und östlich am Flughafen entlang führt. Auf sie führt auch die B 96, die aus Richtung Potsdam zum Flughafen führt. Zudem nutzen viele Alteingesessene den Zubringer über die alte DDR-Protkollstrecke, die von Treptow auf dem Adlergestell über Schöneweide und Adlershof führende B 96a. Ob die U-Bahn-Linie 7 von Rudow zum Flughafen, verlängert wird, hat der Senat in der Hand.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup will die Passagierkapazität bis 2040 durch weitere Terminals auf 55 Millionen Reisende im Jahr erhöhen. Die Flughafengesellschaft geht davon aus, dass nach der für 2020 geplanten Eröffnung zwei Drittel der Passagiere mit Bussen und Bahnen zum neuen Airport kommen. Kritiker verweisen darauf, dass dieser Anteil in Frankfurt/Main geringer sei.

Der Landkreis geht davon aus, dass sich mit Eröffnung des Flughafens der Straßenverkehr verdreifacht. Halecker hatte im November 2017 eine weitere Autobahnanbindung aus dem Westen, die allerdings über das Ausstellungsgelände in Selchow geführt werden müsste vorgeschlagen.

Auch der 2017 abgelöste BER-Chef Karsten Mühlenfeld hatte verlangt, den Flughafen für Autos besser anzubinden. Mit der Bahn sei der BER vergleichsweise gut zu erreichen. Flughäfen wollten wegen der Parkgebühren jedoch immer viel Individualverkehr. Auch kämen vor allem aus Polen immer mehr Fluggäste mit dem Bus.

Das Dialogforum Airport Berlin Brandenburg, eine Kommunikationsplattform der FLughafen-Anrainer, hatte 2017 vorgeschlagen, die Osdorfer Straße in Berlin-Lichterfelde und Großbeeren (Teltow-Fläming) auszubauen, den Bahnhof Schönefeld zu modernisieren, mehr Radwege für Beschäftigte am Flughafen zu bauen und ein alle Verkehrsmittel übergreifendes Leitsystem einzurichten. dpa/tm

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