Werbung

Venezuela zeigt Einsicht

Martin Ling über die Abkehr von einem ineffizienten Wechselkursregime

  • Von Martin Ling
  • Lesedauer: 1 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die Maßnahme der venezolanischen Regierung ist ökonomisch grundvernünftig: Statt eines multiplen Wechselkursregimes soll es künftig nur noch einen Wechselkurs geben. Im Zuge dessen wurde der Bolívar gleich kräftig abgewertet: Ein US-Dollar kostet jetzt 25.000 Bolívares – der »beste« Wechselkurs lag bisher bei nur zehn Bolívares für einen Dollar.

Caracas zeigt Einsicht: Unterschiedliche Wechselkurse schaffen einen Anreiz, durch Betrügereien bei den Außenhandelsrechnungen der Zentralbank Devisen zu entziehen. Dazu genügen illegale, aber lukrative Preisabsprachen zwischen Ex- und Importeuren. Es gab sie vielfach.

So notwendig die Abkehr von einem ineffizienten Wechselkursregime ist, hinreichend für die Wiederbelebung der dahinsiechenden venezolanischen Wirtschaft ist dieser Beschluss noch nicht. Dass der Schwarzmarktkurs auch nach der Abwertung immer noch rund das Zehnfache des offiziellen Tauschkurses beträgt, zeigt, wie zerrüttet die geldwirtschaftlichen Zusammenhänge in Venezuela sind. Die Regierung in Caracas macht aus der Krise kein Hehl, ihre Ursachenanalyse beschränkt sich indes einzig auf externe Faktoren. Wenn sie es nicht schafft, hinreichend Anreize für produktive Tätigkeiten im Inland zu schaffen, wird kein Wechselkurs der Welt die Krise beenden. Der Weg dahin ist noch weit.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen

nd-Kiosk-Finder