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Comeback eines Opportunisten

Personalie

  • Von Reiner Oschmann
  • Lesedauer: 2 Min.

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Zur Monatsmitte will er wieder in die Politik: Mitt Romney, im März 71 Jahre und 2012 erfolgloser Präsidentschaftskandidat gegen Barack Obama, bewirbt sich um einen frei werdenden Senatssitz für den Bundesstaat Utah im US-Kongress. Inhaber Orrin Hatch, dienstältester Republikaner im Senat, kandidiert nicht wieder. Das öffnet Romney die Comeback-Tür und ist zugleich ein Korb für Donald Trump. Der hatte den 83-Jährigen bekniet, für eine achte Amtszeit zu kandidieren. Hatchs Verzicht stellt eine weitere Schlappe für Trump dar, weil schon im Dezember Wunschkandidat Roy Moore bei einer Nachwahl in Alabama verloren hatte und so die knappe republikanische Mehrheit im Senat schrumpfte.

Der aus Detroit stammende Romney, verheirateter Vater von fünf Söhnen, Mormone, schlank und stets wie aus dem Ei gepellt, hat als Finanzjongleur Millionen in einer Branche gemacht, der die Heuschrecke ihren Namen leiht. Der Casinokapitalist kaufte und verkaufte Firmen im Akkord. Das Privatvermögen des Harvard-Absolventen, der 2002 die Olympischen Spiele in Salt Lake City organisierte, wird auf über eine Viertelmilliarde Dollar beziffert. Romneys politische Konstante ist Geschmeidigkeit. Außer seiner Neigung zum jeweils Opportunen ist über seine Überzeugungen nichts bekannt.

Als Gouverneur führte er eine liberale Krankenversicherung in Massachusetts ein. Wiewohl sie Vorbild für Obamas Gesundheitsreform im Bund wurde, wollte er später nichts mehr von ihr wissen. Einst für tolerante Einwanderungs- und Abtreibungsbestimmungen, distanzierte er sich 2012 davon. Ähnlich sein Verhältnis zu Trump: Kritisierte er dessen Kandidatur noch scharf, bewarb er sich dann beim neuen Präsidenten ums Außenamt. Der erwog ihn nie ernsthaft, genoss aber den Kotau. Viele traditionelle Republikaner erhoffen nun mit Romneys Comeback einen Stachel für Trump - zumal es sein kann, dass sie 2020 einen Mann brauchen, der seine Wiederwahl vereitelt.

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