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Die ersten Gewinner und Verlierer stehen bereits fest

Wirtschaftlich ist der Nutzen von sportlichen Großereignissen gering - mitmachen wollen trotzdem alle

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: 3 Min.
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Skifahrer aus beiden Landesteilen haben in dieser Woche gemeinsam im nordkoreanischen Wintersportort Masikryong trainiert. Im Süden wurde dies als Werbung für das Ski-Domizil im Norden kritisiert. Ob nach diesem politisch motivierten Schaulaufen tatsächlich mehr Touristen nach Nordkorea reisen werden, darf man bezweifeln. Dennoch kalkulieren Ökonomen, dass Veranstaltungen wie Olympia eine Wirtschaft beflügeln können - zumindest regional. Zu den Gewinnern der Spiele dürfte also am Ende das Städtchen Pyeongchang und sein Landkreis zählen.

Skeptischer sind Fachleute dagegen, ob sich die schätzungsweise zehn Milliarden Euro wirtschaftlich rechnen werden, die sich Staat, Unternehmen und Sportverbände die Wettbewerbe kosten lassen. Die Wirtschaft der Republik Korea wird wie schon im Vorjahr auch 2018 ein vergleichsweise hohes Wachstum von etwa drei Prozent erreichen. Ohnehin habe sich die Stimmung aufgehellt, berichtet die deutsche Außenhandelskammer GTAI. Die Ex- und Importe steigen. Und die Investitionen legten allein 2017 um satte 14 Prozent zu. All das hat nicht nur, aber eben auch mit Olympia zu tun.

Die neue Regierung des im Mai gewählten Präsidenten Moon Jae In hat sich ein nachfrageorientiertes Wachstum auf die Fahnen geschrieben. Sie verfolgt damit ein Programm, das auch linke Wirtschaftswissenschaftler befürworten. Gleichzeitig setzt die Regierung auf Freihandel. Bereits in Kraft sind bilaterale Verträge mit der EU und den Vereinigten Staaten. Die USA sind mit einem Anteil von knapp 13 Prozent an allen Ausfuhren der zweitwichtigste Absatzmarkt. Dort droht Ungemach: US-Präsident Trump hat für eine Neuverhandlung des Freihandelsabkommens »Korus« gesorgt.

In einem fortgeschrittenen Stadium befinden sich dagegen die Verhandlungen mit Japan und China. Südkorea gehört zu den ganz wenigen Ländern, die mit dem mächtigen Nachbarn eine positive Handelsbilanz haben: Für weit über 100 Milliarden Euro werden dieses Jahr Waren nach China ausgeführt.

Vor diesem Hintergrund dient Chaebols, großen koreanischen Familienunternehmen wie Hyundai, LG oder Samsung, die Olympiade als Reklameplattform. Die Konglomerate entscheiden in Seoul wirtschaftspolitisch immer noch mit. Sie wollen mittels Olympia ihren Bekanntheitsgrad und ihr Image im Westen sowie in Asien aufpolieren. Ähnliche Motive hegen die zwölf Hauptsponsoren der Spiele, welche wie Bridgestone, Coca-Cola oder Visa die globalen Endverbraucher ins Auge nehmen.

Unterm Strich dürfte Koreas Volkswirtschaft kaum profitieren. Die meisten Studien zeigen, dass Mega-Sportereignisse kaum messbare Wirkungen erzeugen. Dazu sind die Summen zu klein, die selbst durch Olympische Spiele bewegt werden. Allerdings haben es drei Olympische Spiele - München, Lillehammer und Barcelona - vermocht, das Image eines Landes aufzupolieren. Ein »weicher« Erfolgsfaktor für jede Wirtschaft, auf den auch Moons Regierung hofft.

Andersherum ist Olympia für westliche Unternehmen ein Einfallstor in das traditionell eher abgeschottete Land. Schon bislang gehört Südkorea unter den Abnehmerländern für deutsche Produkte immerhin zu den »Top 20« in der Welt. Dabei geht es nicht allein um Unternehmen in klassischen deutschen Exportbranchen wie Maschinenbau und Chemie. »Für Bierhersteller dürfte Südkorea ein interessanter Markt sein«, analysieren die Experten der GTAI. Das Land verzeichne beim Alkohol den höchsten Pro-Kopf-Konsum in Asien. Darauf setzt beispielsweise Warsteiner. »Mittelfristig«, sagt ein Sprecher, erhoffe man sich einen gesteigerten Absatz.

Vor allem auf den deutschen Fernsehmarkt zielt Discovery Communication mit seinem hiesigen Ableger »Eurosport«. 2015 schloss der amerikanische Konzern mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) einen Rechtevertrag für die Spiele bis 2024 ab. Erstmals werden alle Wettbewerbe weltweit digital zu sehen sein. Werbekunden von Discovery wie auch die IOC-Hauptsponsoren erwarten daher einen Zuschauerrekord.

Das zahlt sich auch für das IOC und seinen deutschen Präsidenten Thomas Bach aus. Für die Saison 2017 bis 2020 sind TV-Einnahmen von mindestens vier Milliarden Euro plus eine Milliarde aus Werbeverträgen zu erwarten. Neun von zehn Euro werden laut IOC an Organisatoren und Sportverbände ausgeschüttet.

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