Werbung

Türkei setzt Luftangriffe auf Afrin fort

Seit Donnerstagnacht neue Bombenabwürfe / Medienbericht: IS-Anhänger sollen für Türkei kämpfen

  • Von Sebastian Bähr
  • Lesedauer: 3 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die Türkei hat offenbar in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ihre Luftangriffe auf Afrin wieder aufgenommen. »Um vier Uhr morgens haben türkische Jets die Dörfer Birc Sileman und Basûfan bombardiert. Jetzt fliegen die Militärflugzeuge über Afrin«, hieß es von dem »Informationszentrum des Afrin-Widerstands« am Freitag. Im Laufe des Tages berichtete das von verschiedenen Bewegungen und Institutionen Rojavas gegründete Medienzentrum über weitere Bombenangriffe. Nach Angaben des Projekts seien eine Zivilistin und ihre zwei Kinder dabei verletzt worden.

Nach übereinstimmenden Medienberichten hatte Russland am vergangenen Sonntag den Luftraum für die türkische Offensive in Nordsyrien gesperrt. Beobachter vermuten einen Zusammenhang zu dem Abschuss eines russischen Jets durch islamistische Rebellen in Idlib kurz zuvor.

Was Russland, Bündnispartner der Assad-Regierung, bewegt haben mag, den Luftraum wieder zu öffnen, ist unklar. Laut dem Journalisten Wladimir van Wilgenburg sehen nordsyrische Politiker einen Zusammenhang zu einem Luftangriff der USA auf regierungstreue Soldaten vom Donnerstag. Damaskus sprach von einem »Kriegsverbrechen«, ein US-Militärvertreter erklärte dagegen, dass regierungstreue Kämpfer in Deir Essor Stellungen der Syrischen Demokratischen Kräfte beschossen hätten. Daraufhin habe die US-geführte Koalition einen Gegenangriff gestartet.

Die britische Zeitung »The Independent« berichtete derweil, dass ehemalige Kämpfer des »Islamischen Staates« (IS) verstärkt an der türkischen Invasion von Afrin teilnehmen würden. »Die meisten derjenigen, die in Afrin gegen die YPG kämpfen, sind vom IS, wobei die Türkei sie trainierte, ihre Taktiken zu ändern«, sagte Faraj, ein ehemaliger IS-Kämpfer der Zeitung. Die Angaben lassen sich nicht überprüfen. Bereits in der Vergangenheit gab es jedoch Berichte, dass ein Großteil der mit der Türkei verbündeten Gruppen der Freien Syrischen Armee islamistisch geprägt ist.

Die Kritik an dem türkischen Militäreinsatz wächst weiterhin. In einem am Donnerstag gefassten Beschluss warnten EU-Abgeordnete die türkische Führung davor, die »unverhältnismäßigen Maßnahmen« fortzuführen. Außerdem bemängelten die Parlamentarier die Verhaftung vieler Kritiker des Vormarschs.

Die Türkei hatte wegen Kritik an der Militäroperation am Freitag die Verhaftung von 17 weiteren Bürgern, darunter Serpil Kemalbay, Ko-Vorsitzender der prokurdischen Oppositionspartei HDP, angeordnet. Laut der Nachrichtenagentur Reuters wurden bisher rund 600 Personen diesbezüglich inhaftiert.

Der Politikwissenschaftler Axel Gehring sieht indes in dem türkischen Einsatz eher ein Zeichen der Schwäche: »Der Angriff auf Afrin stellt im militärischen Sinne eine Offensive dar, doch politisch geht es der türkischen Regierung dabei primär um die Begrenzung ihrer beinahe vollständigen Niederlage im Syrien-Krieg«, erklärte der Forscher in einem Gastbeitrag (Samstagausgabe) für »nd«.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Die Serie aus dem studentischem Kosmos.

Leben trotz Studium?!

Jetzt 14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt lesen und keine Folge verpassen.

Kostenlos bestellen!