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Ollis Olympia

Oliver Kern hat in Gangneung schnell einen K-Pop-Fan gefunden

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Irgendwann muss ich über K-Pop schreiben. Das hatte ich mir fest vorgenommen, auch wenn ich von dem Phänomen der tanzenden Sänger (oder sind es singende Tänzer?) nicht viel verstehe. Ich habe zwei Wochen Zeit, mich einzuarbeiten, dachte ich. Manchmal aber geht’s schneller als gedacht. Auf dem Weg in die Arena der Shorttracker - dass ich da hingehöre, zeigt ja wohl das Foto - traf ich am Tag der Eröffnung Anali Luz. Und sie ist K-Pop-Superfan, dabei kommt sie gar nicht aus Korea, sondern aus Mexiko.

Anali ist 31 und seit fünf Jahren glühende Anhängerin des südkoreanischen Musikexports. Wie viele Bands sie kenne, will ich wissen, doch da muss sie passen. Es seien einfach zu viele. Sie könne aber alle unterscheiden, versichert sie. Und sie sind alle toll, denn sie können alle alles. »Sie singen toll, sie tanzen toll, sie sind DJs und können rappen«, sagt Anali begeistert. Tatsächlich werden die Mitglieder der Gruppen, meist reine Boy- oder Girlgroups, schon sehr jung unter Vertrag genommen und dann jahrelang ausgebildet. Nur wenige werden Stars, gut bezahlt noch weniger.

Anali kam im Juli 2017 ins Land ihrer Idole. »Als eine Airline eine Direktverbindung zwischen Mexiko und Südkorea startete, haben sie zwei Reisen verlost, und ich habe tatsächlich gewonnen. Seitdem bin ich hier«, sagt sie. Als Freiwillige bei den Olympischen Spielen zeigt sie nun Gästen den Weg durch den Olympic Park von Gangneung. Dabei verdient sie kein Geld, muss aber auch nichts für Kost und Logis bezahlen. So lässt es sich eine Zeit lang überleben. Bei den Paralympics wird sie auch im Einsatz sein. Also kann sie noch bis April hierbleiben und K-Pop hören. Koreanisch sprechen kann sie aber immer noch nicht. »Würde ich das noch lernen, würde ich wohl für immer hierbleiben, aber ich bin zu faul«, sagt sie.

Für die Wintersportler interessiert sich die Mexikanerin übrigens kaum. Analis Highlight ist der 24. Februar. »Dann kommt Super Union!«, frohlockt sie und ihre Augen glänzen. »Das ist meine Lieblingsband, und sie tritt hier bei mir im Olympic Park auf.« Den Tag hat sie sich dann doch mal freigenommen.

PYEONGCHANG 2018

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