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Der Wolf steht im Koalitionsvertrag. Die CDU ist sauer, die SPD zerstritten. Und nun wird Schulz nicht einmal Außenminister. Ist das nicht zum Heulen?

Berlin. Man kann nicht behaupten, die Große Koalition würde keine Schwerpunkte setzen. Der Wolf (ja genau, der böse Wolf) hat immerhin einen eigenen Abschnitt im Koalitionsvertrag bekommen und ist damit womöglich das höchste Tier in dem Papier. Von nennenswerten Kontroversen um die »notwendige Bestandsreduktion« des Wolfs bis hin zur »letalen Entnahme« war nichts zu hören.

Andere hohe Tiere haben da mehr Theater verursacht. Martin Schulz beispielsweise, der sich eben noch als Macher der Koalitionsverhandlungen gefeiert hat, wurde offenbar aus den eigenen Reihen dazu gedrängt, auf das dringend angestrebte Amt des Außenministers zu verzichten. Damit dürfte er demnächst ohne herausgehobene Position dastehen, nachdem er auch den Rückzug vom SPD-Vorsitz angekündigt hatte. Vorausgegangen war eine Debatte um Schulz’ Wortbruch - er hatte es nach der Bundestagswahl abgelehnt, jemals Minister in einer Regierung unter Kanzlerin Angela Merkel zu werden. In der SPD war seine Kehrtwendung als massives Hindernis für eine Zustimmung der Parteibasis zum Koalitionsvertrag betrachtet worden. Zudem hatte der bisherige Außenminister Sigmar Gabriel, der sich von Schulz ausgebootet sah, hemmungslose Lobbyarbeit für sich selbst geleistet. Er habe das Amt gern »und in den Augen der Bevölkerung offenbar auch ganz gut und erfolgreich gemacht«, erklärte er in einem Interview, das den Angriff auf Schulz befeuerte.

Angesichts dieser Personalie traten andere Debatten kurzzeitig in den Hintergrund. Dabei ist die Welle der Unzufriedenheit in der CDU mit dem Koalitionsvertrag und der Postenverteilung längst nicht abgeebbt. Und eine Forsa-Umfrage ergab, dass sich 73 Prozent der Menschen von der Großen Koalition keine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen versprechen. wh Seiten 4 und 5

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