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Weiße Elefanten

Fehlende Nachhaltigkeit stärkt Olympiagegner

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Albertville war der Tiefpunkt: das Negativbeispiel, wenn es um fehlende Nachhaltigkeit Olympischer Winterspiele ging. Die 35 000 Zuschauer fassende Arena, in der die Spiele in dem französischen Bergort 1992 beendet wurden, riss man danach umgehend ab. Die unter großen Umweltschäden errichtete Piste für die Herrenabfahrt blieb im Anschluss 17 Jahre ungenutzt.

»Weiße Elefanten« nennt man Sportstätten, die später nicht mehr genutzt werden; sei es, weil die Sportart in dem betreffenden Land nicht populär ist oder weil sie für den örtlichen Bedarf viel zu groß dimensioniert und im Unterhalt zu teuer sind. Die »Gesellschaft für ökologische Forschungen« (GÖF) listet viele Beispiele auf: die Großschanze von Grenoble, die nach Olympia 1968 kaum genutzt und 1990 gesperrt wurde; die Skeleton- und Bobbahnen von Turin 2006, die später keine internationalen Wettkämpfe mehr erlebten.

Mit den Kosten für den Unterhalt eigens errichteter Sportanlagen sind viele Olympiaorte überfordert. Generell erweist sich der Traum von Olympia im Nachhinein oft als finanzieller Albtraum. Das kanadische Calgary (Olympia 1988) kam durch eine Verdoppelung der Kosten bei den Olympiabauten in die Bredouille. In Turin betrug das offizielle Defizit 31 Millionen Euro, Vancouver (2010) musste für 17 Tage Winterspiele 17 Jahre Schulden abzahlen. Die GÖF verweist auf eine Studie der Universität Oxford von 2012, laut derer in den letzten 50 Jahren keine Sommer- oder Winterspiele das geplante Budget einhielten. Im Schnitt lagen die Kosten am Ende 179 Prozent höher als geplant. GÖF-Fachmann Wolfgang Zängl spricht von »Selbst-Ruinierung«.

All das sorgt dafür, dass Skepsis und Ablehnung in der Bevölkerung wachsen. In München, wo man sich nach der Niederlage gegen Pyeongchang im Rennen um die Spiele 2018 für das folgende Spektakel 2022 bewerben wollte, stellten sich die Bürger bei einem Votum im November 2013 quer. Ebenso ging es zwei Bewerbungen aus Innsbruck und Graubünden für die Spiele 2026. In dem Schweizer Kanton stimmten im Februar 2017 satte 60 Prozent gegen Olympia, in Tirol waren es im Oktober gut 53 Prozent. Mit Sion bleibt eine weitere Bewerbung aus der Schweiz zunächst bestehen.

Die Alpen-Schutzorganisation CIPRA würde darauf gern verzichten. Nach ihrer Ansicht ist die Zeit für derlei Großereignisse in dem mitteleuropäischen Gebirge vorbei: »Unter den gegenwärtigen Bedingungen« dürften dort »keine Olympischen Winterspiele mehr geplant und durchgeführt werden«. CIPRA verweist darauf, dass zu Olympia 1964 in Innsbruck 1091 Teilnehmer kamen, nach Turin 2006 aber 2600, plus 10 000 Journalisten. Derlei Aufblähung sorge dafür, dass die Gebirgsorte »mit der Ausrichtung der Spiele überfordert« seien. Dazu kommt der Klimawandel. Das Gebirge eigne sich »nicht für diesen umweltzerstörerischen und ruinösen Großanlass« - und solle, wie seit 2006, »olympiafrei« bleiben.

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