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Auf ins »Jahr des Hundes«

China bereitet sich auf das neue Jahr vor und feiert 40 Jahre wirtschaftliche Öffnung

  • Von Werner Birnstiel
  • Lesedauer: 3 Min.
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China ist in Feierlaune, das Frühlingsfest läutet am 16. Februar das »Jahr des (Erd-)Hundes« ein und alles steuert auf das Jubiläum des Starts der Reform- und Öffnungspolitik im Dezember 1978, vor 40 Jahren, zu. Aber ohne Aberglaube geht es im Reich der Mitte nicht. So werden dem Hund im Zwölfer-Tierkreiszeichen etliche positive Eigenschaften zugeschrieben - verlässlich in der Arbeit, gerecht, gutmütig, hilfsbereit, jedoch muss er aufpassen, sich nicht ausnutzen zu lassen.

Nun, man wird sehen. Denn zunächst ist der Reiseansturm zum der Frühlingsfest zu bewältigen. Start hierfür war der 1. Februar, am 12. März soll alles vorüber sein. Dabei sind chinesische Dimensionen zu meistern, denn es wird 2,98 Milliarden Reisebewegungen geben, davon 2,48 Milliarden mit Bussen und Pkw, über 390 Millionen per Zug, 65 Millionen mit dem Flugzeug. Die über 3800 alltäglichen Zugabfahrten werden vor dem Frühlingsfest durch 1150 und danach durch 1330 zusätzliche Züge verstärkt. Zugtickets werden elektronisch verkauft und beim Betreten des Bahnhofs, bei der Warteraumlenkung und beim Zugang zu den Bahnsteigen geprüft. Onlinebestellungen von Essen eine Stunde vor Zugabfahrt werden von den technikverliebten Chinesen gerne in Anspruch genommen. Krönung aller Festlichkeit ist und bleibt das gute Essen und Trinken in der Familie. Über 7000 Tonnen des 56-prozentigen »Maotai«, Chinas Edelschnaps, werden konsumiert, ebenso wie Tausende Tonnen von Tee. Vor allem Huhn, Fisch und Gemüsegerichte werden konsumiert, bringen sie doch Glück und Zufriedenheit.

Tatsächlich symbolisieren der Ausbau der gesamten Verkehrsinfrastruktur und die Sicherheit bei der Nahrungsmittelversorgung mit am deutlichsten die Entwicklung, äußerlich sichtbar seit Beginn der Reform- und Öffnungspolitik 1978 durch das 3. Plenum des 11. Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas unter Deng Xiaoping. Nun wird mit dem 19. Parteitag der KP im Oktober 2017 von der »Phase des rasanten Wachstums zur Phase der hohen Qualität« übergegangen. Die wichtigsten fünf »neuen Entwicklungsideen« werden komplex miteinander vernetzt: Innovation, ein koordiniertes Vorgehen bei der Steuerung der gesellschaftlichen Lebensbereiche, grünes Wachstum, die Öffnung nach außen und die soziale Teilhabe, mit im Mittelpunkt dabei die Befreiung von noch etwa 50 Millionen Menschen aus der Armut. Als Kernfragen werden 2018 die »entscheidende Rolle des Marktes«, das Verhältnis Staat - Markt bei schwerpunktmäßiger Entwicklung der Realwirtschaft erprobt; bei Gewissheit auf Erfolg wird sie schrittweise und regional angepasst eingeführt. Die makroökonomische Steuerung der Ressourcen, orientiert am Verhältnis von Nachfrage und Angebot, wird in ausgewählten Schlüsselbereichen inländischer Kapitalbeteiligungen bei bisher ausschließlich staatlichen großen Firmen zugelassen.

Was so theoretisch klingt, hat tiefgreifende praktische Konsequenzen - die Neustrukturierung der Wirtschaft zielt auf mehr Vielfalt in der Wertschöpfung, den Abbau von Überkapazitäten, den millionenfachen Erhalt und die Schaffung neuer, wissensintensiverer Arbeitsplätze.

Außenpolitisch stehen 2018 vier Großereignisse an: Im Juni der Gipfel der Shanghai Cooperation Organisation, bei dem die Terrorismusbekämpfung, das »Neue Seidenstraßen«-Projekt zur Einbindung westchinesischen Provinzen und die Kooperation mit den zentralasiatischen Staaten im Mittelpunkt stehen. Schon im April trifft beim Bo’an-Asienforum auf der Insel Hainan politische und Wirtschaftsprominenz zusammen, ebenso beim China-Afrika-Gipfel im September in Peking. Im November wird erstmalig die »Importmesse Shanghai« als politisch-ökonomische Kombination auf höchster Ebene Teilnehmer aus afrikanischen Ländern, den BRICS- und weiteren Staaten zusammenbringen. Das »Jahr des Hundes«, es wird springlebendig.

Unser Autor ist promovierter Sinologe. Er berät und begleitet Unternehmen bei der Markterschließung in China.

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