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  • Geflüchtete aus Nordkorea

Wo schlägt das Herz?

Aus Nordkorea in den Süden Geflüchtete sind uneins in ihrer Meinung über Olympia

  • Von Felix Lill, Seoul
  • Lesedauer: ca. 8.0 Min.
Ein seltsames Gefühl überkam Kim Hyeuk, als er die Frauen in den roten Trainingsanzügen sah. Auf seiner Seite der Grenze marschierten sie nun, klatschten und riefen von den Tribünen der Sportarenen: »Kämpfen, kämpfen!« Sollte sich Kim Hyeuk als gebürtiger Nordkoreaner in Acht nehmen? Vor jener plötzlich nahen Welt, die der 24-jährige vor sieben Jahren mit so großen Opfern hinter sich gelassen hatte? Als er mit seiner Familie in einer Nacht heimlich den Tumen-Fluss im Norden gen China durchwatete, kam die Mutter bei der Überquerung ums Leben. Er und sein Bruder mussten weiterziehen, über den Landweg bis Vietnam, um von dort aus mit Hilfe der südkoreanischen Botschaft nach Seoul zu fliegen. Das schien der Preis der Freiheit zu sein.

Mit den Olympischen Spielen, die seit dem 9. Februar im 100 Kilometer östlich der südkoreanischen Hauptstadt gelegenen Pyeongchang toben, ist eine Hundertschaft von Delegierten aus dem Norden angereist. Ein...


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