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Ollis Olympia

Oliver Kern ist in nur zehn Tagen schon um zwei Jahre gealtert

  • Von Oliver Kern
  • Lesedauer: 2 Min.

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Das raubt natürlich jede Menge Regenerationszeit, was ich aber bei Olympia gern mal in Kauf nehme. Dennoch fand ich etwas übertrieben, als mir am Freitag eine ansonsten sehr nette Kollegin verriet, dass ich in den knapp zehn Tagen, die ich nun schon in Südkorea bin, bestimmt schon um zwei Jahre gealtert sei. Da wollte ich gleich nachschauen, ob die Haare tatsächlich so viel grauer, der Gang gebückter, die Falten tiefer geworden sind. Dass sie wirklich recht hatte, bestätigte aber nicht der Blick in den Spiegel - zum Glück! -, sondern später der ins Netz.

Die Recherche ergab, dass in Korea tatsächlich jeder Mensch nach der Geburt sofort ein Jahr alt ist. Die knapp zehn Monate im Bauch der Mutter werden offenbar mitgezählt und ein wenig aufgerundet. Bei meiner Ankunft hier hätte ich also gleich mal einen runden Geburtstag nachfeiern können. Dazu kommt noch, dass am Neujahrstag hier jeder ein Jahr älter wird, also nicht erst am Geburtstag. Der wird zwar auch gefeiert, gezählt wird aber schon vorher. Die modernen Koreaner feiern Neujahr am 1. Januar, die traditionsbewussten richten sich noch nach dem Mondkalender und das Jahr des Hundes begann an diesem Freitag.

Auch dieses Mal hat mir übrigens keiner einen Geburtstagskuchen mit Kerze vorbeigebracht, nicht mal jene Kollegin, die es hätte wissen müssen. Ein Gutes hat all das aber dennoch. Nach meiner 17-stündigen Rückreise werde ich trotz acht Stunden Jetlag voller Überzeugung sagen können, dass ich an einem einzigen Tag zwei Jahre jünger geworden bin. Ich fürchte nur, dass auch das beim Blick in den Spiegel nicht erkennbar sein wird.

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