Ein passendes Zuhause für Vögel

Der Frühling kommt: Eric Neuling vom NABU über Bruthilfen für Star, Meise & Co.

  • Lesedauer: 3 Min.
nd: Für welche Vögel beginnt jetzt die Brutzeit?

Neuling: Derzeit sind bei uns die Vögel aktiv, die auch den Winter hier verbracht haben. Das sind vor allem Kohl- und Blaumeisen, auch Kleiber fangen im Februar an, ihre Höhlen zu suchen und zu beziehen. Und der Star, der übrigens »Vogel des Jahres« ist, besetzt jetzt passende Baumhöhlen oder Nistkästen.

Wo brüten die Vögel?
Natürliche Bruthöhlen entstehen durch abfallende Äste. Die Astlöcher faulen aus und bilden Hohlräume. Spechte zimmern ihre Höhlen selbst, in den Folgejahren ziehen dann viele andere Arten ein, wie zum Beispiel der Star.

Was brauchen Vögel für eine ruhige und sichere Brutzeit?
Einen Ort, wo sie vor Feinden sicher sind. Höhlenbrüter haben den großen Vorteil, dass das Nest ziemlich weit oben ist an einem Baumstamm - da kommen relativ wenige Tiere ran. Es muss ausreichend Nahrung in der Umgebung geben. Jede Vogelart braucht ein artspezifisch großes Nahrungsrefugium. Meisen suchen ihr Futter in einem viel kleineren Umkreis als Elstern oder andere größere Arten.

Ein Vorteil der Stadt sind die vielen verschiedenen Strukturen: Kleingärten, Friedhöfe und auch Brachen zwischen Plattenbauten sind wichtige Refugien für Vögel in der Stadt.

Finden die Vögel in den Städten passende Brutstätten?
Es gibt eigentlich zwei Entwicklungen in der Stadt. Zum einen kommen Vögel aus dem Wald in die Städte, da hier der Baumbestand immer älter wird und dadurch natürliche Baumhöhlen entstehen, in denen sie brüten können. Auf der anderen Seite werden viele Bäume in den Städten gefällt oder so stark gekürzt, dass die Baumhöhlen verschwinden. Das wurde in den letzten Jahren in vielen Großstädten - nicht hier in Berlin - zu einem Riesenproblem, weil die Nachverdichtungen und die Wohnungsnot wirklich einen großen Druck auf die verbliebenen Grünflächen ausüben.

Wie kann der Mensch die Vögel unterstützen in der Brutzeit?
Nistkästen sind eine sehr gute Möglichkeit. Klassiker sind die Meisenkästen. Die kann man sowohl an Gebäuden als auch an Bäumen, in Parks und Gärten oder Friedhöfen aufhängen.

Auch Star, Haussperling und andere Arten nutzen Nistkästen. Ganz wichtig: Es gibt verschiedene Typen, die recht einfach selbst anzufertigen sind oder fertig beziehungsweise als Bausatz gekauft werden können. Am besten vor dem Kauf überlegen, welcher Vogelart man einen Nistplatz spendieren möchte. Der NABU bietet hierfür einen umfangreichen Info-Service.

Dürfen Nistkästen überall aufgehängt werden?
Grundsätzlich sind die Behörden da sehr tolerant. Dennoch macht es Sinn, sich vorab bei der Unteren Naturschutzbehörde oder beim Bezirksamt zu erkundigen. Auf Privatgrundstücken entscheidet natürlich der Eigentümer. Unser Info-Service hält auch Tipps bereit, wie man den Nistkasten sicher und baumfreundlich anbringen kann.

Gespräch: Katja Choudhuri

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