Werbung

Programm spürt rechte Hass-Tweets im Internet auf

Forscher entwickeln Computerprogramm zum automatischen Erkennen deutschsprachiger Hate-Speech-Beiträge bei Twitter

  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Hildesheim. Ein Computerprogramm zum automatischen Erkennen deutschsprachiger Hassbotschaften im Kurznachrichtendienst Twitter haben Forscher der Universitäten Hildesheim und Antwerpen entwickelt. Das Programm des Antwerpener Sprachtechnologen Tom De Smedt der Forschergruppe Computerlinguistik und der Medienlinguistin Sylvia Jaki vom Hildesheimer Institut für Übersetzungswissenschaft ist in der Lage, in Echtzeit automatisiert hetzerische Wörter und Wortkombinationen in Tweets aufzuspüren, teilte die Universität Hildesheim am Donnerstag mit.

Der Algorithmus der beiden Linguisten zeigt, dass sich deutsche Hasskommentare häufig gegen Geflüchtete aus Afrika, Muslime, Juden, Obdachlose, sogenannte Gutmenschen, Gefährder, Kriminelle und Linksextremisten richten, beziehungsweise gegen Menschen, die dafür gehalten werden. Typisch für die Kommentare sind Ausdrücke der Gewalt wie schlagen, schießen, überfallen, bekämpfen, Widerstand sowie Beschimpfungen im allgemeinen, etwa mit abwertenden Begriffen wie »Scheißdeutschland«.

»Die Software lernt selbstständig, Hasskommentare aufzuspüren, und kann auch mit der Tatsache umgehen, dass sich die Sprache des Hasses sehr schnell verändert«, sagte De Smedt. »Wir haben unser Programm bereits getestet: In 80 Prozent der Fälle liegt es richtig.« Eine Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden können sich die Forscher, die derzeit an der Publikation ihrer Ergebnisse arbeiten, gut vorstellen. Allerdings gebe es in der EU noch keine rechtsgültige Definition, was genau unter Hate Speech zu verstehen ist. De Smedt hat bereits ein Programm zum Erkennen dschihadistischer Inhalte im Internet entwickelt. dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen