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Zwei Ebenen eines Dramas

René Heilig über die hilflose UNO und globale Gefahren in Syrien

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: 2 Min.
Nirgends in der Welt wird derzeit so ungestraft gemordet wie in Syrien. Man bombt, zerstört, hungert aus. Ist das »Katastrophenrhetorik«? So glaubte Russlands UN-Botschafter, sein jüngstes Veto gegen eine Waffenstillstandsresolution für Ost-Ghuta unterlegen zu müssen.

Und wie irrsinnig ist es, wenn Washington reflexartig mit neuen Angriffen gegen Assad droht? Unheimlich unbemerkt nähert man sich im syrischen Drama einer zweiten, global brisanten Ebene. Bei der Assad und die Rebellen nicht mal Stellvertreter sind. Zum Ende des IS versuchen die USA und andere NATO-Terminatoren wie die Türkei Machtpositionen auszubauen. Russland, Iran, Israel und Saudi-Arabien tun es ihnen gleich.

Aus dem vergangenen Kalten Krieg kann man genügend Beispiele kennen, bei denen ähnliche »Bürgerkriegskonstellationen« zum Entsichern großmächtiger Atombomben führten. Mögliche Auslöser gibt es auch in Syrien. Jüngst kollidierten erneut türkische und russische Kräfte. Dass ein US-Bombardement gegen Assad-Truppen nicht nachhaltigere Auswirkungen hatte, liegt wohl daran, dass dabei »nur« russische Söldner starben.

Solche Truppen setzt Moskau besonnen-perfide am Boden ein, um eine Kollision seiner Soldaten - dann nicht nur in Nahost - mit denen aus NATO-Staaten zu vermeiden. Doch Vorsicht! Dass Russland jetzt seine modernsten SU-57-Stealth-Jets - von denen es nur eine Handvoll hat - in Syrien fliegen lässt, hat sicher nicht nur mit deren besonderer Erprobungsphase zu tun.

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