Zwei Staaten - eine Illusion

Bereits 600.000 Israelis leben im 1967 besetzten Westjordangebiet, und die Landnahme geht unablässig weiter

  • Von Oliver Eberhardt, Tel Aviv
  • Lesedauer: ca. 7.0 Min.
Am Morgen ertönt über Hebron der muslimische Gebetsruf, während sich in Kiryat Arba Männer zum jüdischen Gebet versammeln; durch das geöffnete Fenster einer Schule ist zu hören, wie ein Mann in einem eigenartig predigenden Tonfall vom gelobten Land erzählt, von der jüdischen Heimstatt in Judäa, in Samaria, in Jerusalem.

Wie eine Burg thront Kiryat Arba auf einem Hügel über Hebron; ein Klotz aus Wohntürmen, in denen an die 7.000 Israelis leben. Jerusalem ist eine gut einstündige Autofahrt entfernt; alle paar Stunden fährt auch ein Linienbus. Wer hierher zieht, tut das nicht wegen, sondern trotz der Lebensbedingungen: Die Siedlung ist eines der Zentren der israelischen Ultrarechten.

Baruch Goldstein, der 1994 am Grab der Patriarchen in Hebron 29 Palästinenser erschoss, bevor er selbst getötet wurde, stammte von hier. Auch heute noch begegnen einem allerorten Parolen und Symbole der Kach-Bewegung. Die Gruppe will einen jüdisches Go...

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