Werbung

Nordkorea: Dialog und Säbelrasseln

Scharfe Kritik an neuen US-Sanktionen gegen Pjöngjang

  • Von Andreas Landwehr, Pyeongchang
  • Lesedauer: 2 Min.

Die Annäherung beider Koreas hat Hoffnungen auf einen Dialog zwischen Nordkorea und den USA geweckt. Hohe Vertreter beider Seiten hielten sich zum Abschluss der Olympischen Winterspiele am Sonntag in Südkorea auf. Neben dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In nahmen die US-Präsidententochter Ivanka Trump und General Kim Yong Chol aus Nordkorea auf der Ehrentribüne an der Schlussfeier teil. Nordkorea sei zu Gesprächen mit den USA bereit, hieß es in Seoul. Das habe General Kim zuvor bei einem Treffen mit Moon bekundet.

Zugleich übte Nordkorea scharfe Kritik an den neuen Sanktionen der USA. Das Außenministerium warf Präsident Donald Trump vor, die Spannungen trotz der Annäherungspolitik von Kim Jong Un verschärft zu haben. Jede Art von »Blockade« werde als »kriegerische Handlung« betrachtet. Die USA »laufen Amok, um eine neue dunkle Wolke der Konfrontation und des Krieges über die koreanische Halbinsel zu schicken«. Nordkorea besitze Atomwaffen, um mit der Bedrohung umzugehen.

Trump hatte die einseitigen Sanktionen der USA am Freitag verhängt. Er nannte sie die »heftigsten«, die jemals verfügt worden seien. 55 Schiffe, Reedereien und Handelsunternehmen wurden mit Strafmaßnahmen belegt. Trump drohte auch mit einer nicht näher definierten »Phase zwei«, sollten die Sanktionen nicht funktionieren. »Phase zwei wird eine sehr raue Angelegenheit werden.«

Peking protestierte ebenfalls scharf gegen die Sanktionen, die sich auch gegen chinesische Firmen und Personen richten, die Geschäfte mit Nordkorea machen. Ein Außenamtssprecher kritisierte den »langen Arm« der USA, weil die Sanktionen nur auf der Grundlage amerikanischer Gesetze verhängt worden seien. Er stellte die weitere Kooperation Chinas mit den USA in Frage. Beide Staaten sind Vetomächte im UN-Sicherheitsrat, der gemeinsame Sanktionen gegen Nordkorea verhängt hatte.

Trotz der harten Worte der Hauptkontrahenten spekulierten Südkoreas Medien über einen möglichen Kontakt. In den Delegationen der USA und Nordkoreas sind hohe Beamte angereist, die mit dem Atomkonflikt betraut sind. Auf Nordkoreas Seite ist der im Außenministerium zuständige Vizedirektor Choe Kang Il dabei, auf der Gegenseite die für Korea verantwortliche Vertreterin des Nationalen Sicherheitsrates, Allison Hooker. dpa/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Als unabhängige linke Journalist*innen stellen wir unsere Artikel jeden Tag mehr als 25.000 digitalen Leser*innen bereit. Die meisten Artikel können Sie frei aufrufen, wir verzichten teilweise auf eine Bezahlschranke. Bereits jetzt zahlen 2.600 Digitalabonnent*innen und hunderte Online-Leser*innen.

Das ist gut, aber da geht noch mehr!

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen und noch besser zu werden! Jetzt mit wenigen Klicks beitragen!  

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!