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Chance für Sicht auf den kleinen flinken Merkur

Sonne, Mond und Sterne im März

  • Von Ulrich Keller, Stuttgart
  • Lesedauer: 4 Min.

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Bereits in der Abenddämmerung leuchtet Venus im März als heller Lichtpunkt tief am Westhimmel auf. Unser innerer Nachbarplanet setzt sich allmählich als Abendstern durch. Anfang des Monats geht Venus kurz nach 19 Uhr unter, zu Monatsende sinkt sie wenige Minuten nach halb zehn Uhr Sommerzeit unter den Horizont. Am 18. sieht man neben Venus die dünne Sichel des zunehmenden Mondes.

Der Merkur bietet um die Monatsmitte die einzig günstige Abendsichtbarkeit des Jahres: Vom 8. bis 17. ist er relativ leicht zu erspähen. Er ist in der fortgeschrittenen Abenddämmerung knapp über dem Westhorizont auszumachen. Venus, die wesentlich heller leuchtet, kann helfen, Merkur zu erkennen: Er hält sich ein wenig nördlich von Venus auf. Gegen 18.30 Uhr wird Merkur in der Dämmerung sichtbar. Eine Dreiviertelstunde später geht er unter. Bis 17. verschieben sich die Merkur-Untergänge auf kurz nach 20 Uhr. Nach dem 17. zieht sich der kleinste der acht Planeten unseres Sonnensystems schnell vom Abendhimmel zurück und wird unsichtbar. Anfang April überholt Merkur die Erde auf der Innenbahn. Er hält sich dabei mit der Sonne am Taghimmel auf.

Nur drei Monate benötigt Merkur, um einmal um die Sonne zu laufen. Er besitzt keine Atmosphäre, die seine pockenartige, kraterbedeckte Gesteinsoberfläche schützen könnte. Er ist der Planet mit den größten Temperaturunterschieden. Im Sonnenlicht heizt sich seine Oberfläche auf über 400 Grad auf. In der 88 Tage dauernden Merkurnacht sinkt die Temperatur auf minus 180 Grad.

Jupiter im Sternbild Waage beherrscht als hellster Planet die zweite Nachthälfte. Anfang März geht der Riesenplanet eine halbe Stunde nach Mitternacht auf, zu Monatsende schon eine halbe Stunde vor Mitternacht. Saturn baut seine Morgensichtbarkeit deutlich aus. Er wandert gemächlich durch das Sternbild Schütze. Kurz nach 4 Uhr morgens erscheint er auf der südöstlichen Himmelsbühne.

Mars wird neben Jupiter und Saturn zu einem auffälligen Gestirn am Morgenhimmel. Der Rote Planet steigert seine Helligkeit und übertrifft damit Ende März noch Saturn. Nur noch Jupiter leuchtet heller als Mars. Am 11. wechselt Mars aus dem Schlangenträger in das Sternbild Schütze. Die Marsaufgänge verfrühen sich von 3 Uhr morgens Anfang März im Laufe des Monats um eineinhalb Stunden. Mars verfolgt den Saturn und holt ihn am Ostermontag schließlich ein. Der abnehmende Mond besucht die morgendliche Planetenparade: Am 7. sieht man ihn ein wenig nördlich von Jupiter stehen. Am 10. passiert er als abnehmender Halbmond Mars, und einen Tag später zieht er an Saturn vorbei. Günstigste Beobachtungszeit, um die Planetenvisite des Mondes zu verfolgen, ist gegen 5 Uhr morgens.

Während der Februar ohne Vollmond blieb, zeigt er sich im März zweimal voll beleuchtet. In der Nacht vom 1. auf 2. steht der Vollmond im Sternbild Löwe. Die exakte Vollmondphase wird 1.51 Uhr erreicht. Am 31. steht der Erdtrabant 14.37 Uhr Sommerzeit abermals in Vollmondposition. Am Abend sieht man den Ostervollmond im Sternbild Jungfrau. Neumond tritt am 17. um 14.12 Uhr ein.

Mit 404 680 Kilometern Distanz hält sich der Mond am 11. März in Erdferne auf, während er am 26. abends mit 369 110 Kilometern in Erdnähe ist. In der Nacht auf den 23. wendet der zunehmende Mond vor dem Regengestirn, bekannt als Sternhaufen der Hyaden. Eine halbe Stunde nach Mitternacht bedeckt er den hellen, orangen Aldebaran. Der Beginn der Bedeckung ist nur vom Nordwesten Deutschlands aus beobachtbar. Für die meisten Orte in Deutschland ist der Mond dann gerade untergegangen.

Noch ziehen die hellen Wintersternbilder die Blicke auf sich. Sie sind aber schon weit in die westliche Himmelshälfte gerückt. Im Südwesten funkelt der Sirius im Großen Hund. Ein wenig höher stößt man auf Prokyon, hellster Stern im Kleinen Hund. Im Westen strebt der Stier seinem Untergang entgegen. In größerer Höhe erblickt man die Sternenketten der Zwillinge mit Kastor und Pollux als hellste Sterne. Hoch im Nordwesten strahlt die Kapella im Fuhrmann. Die Kassiopeia ist zum Nordwesthorizont hinabgesunken, während hoch im Nordwesten der Große Wagen hilft, den Polarstern zu finden.

Der Löwe, Leitsternbild des Frühlingshimmels, ist leicht am Südhimmel auszumachen. Es handelt sich um den fürchterlichen Löwen von Nemea mit seinem unverwundbaren Fell. Um ihn zu erlegen, musste Herkules ihn erwürgen. Herkules ist ebenfalls am Himmel als Sternbild vertreten. Doch an unserem durch irdischen Lichtsmog aufgehellten Himmel ist er kaum zu erkennen - die Sterne dieses Bildes versinken im Lichtsumpf unserer Städte.

Die Sonne tritt am 12. nachmittags in das Sternbild Fische. Am 20. um 17.15 Uhr überquert sie den Himmelsäquator und wechselt auf die Nordhalbkugel des Firmaments. Der astronomische Frühling beginnt. Der Frühlingspunkt, Schnittpunkt der aufsteigenden Sonnenbahn mit dem Himmelsäquator, wird auch Widderpunkt genannt. In unserer Zeit liegt er im Sternbild der Fische. Infolge der Kreiselbewegung der Erdachse wechselt er im Jahr 2610 in den Wassermann. Das Zeitalter des Wassermanns beginnt. Am 25. März werden die Uhren um 2 Uhr eine Stunde vorgestellt - es ist Sommerzeit. dpa/nd

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