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Carsharing als Vorreiter der Elektrifizierung

Verband sieht Zukunft in batteriebetriebenen Autos

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Es gibt eine Autoflotte in Deutschland, bei der jedes zehnte Fahrzeug batteriebetrieben oder ein Plug-in-Hybrid ist. Doch nicht bei den so genannten Premiumanbietern, sondern nur in der Carsharing-Flotte. Unter den knapp 18 000 Autos, die Nutzer mieten und teilen können, war der E-Anteil 2017 mit zehn Prozent rund 100-mal höher als im deutschen Pkw-Bestand, frohlockte am Montag der Branchenverband Carsharing, als er die Bilanz für 2017 vorlegte.

Ganz neu sind die zehn Prozent allerdings nicht. Bereits im November 2017 hatte das Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (Innoz) analysiert, dass Nutzer, die sich das Auto teilen, öfter elektrisch unterwegs sind. Entsprechend geringer sind deswegen die CO2-Emissionen der Carsharing-Flotte. Genaue Zahlen gibt es aber nicht.

Klar ist nur, dass sich immer mehr Autofahrer fürs Autoteilen erwärmen können. Anfang 2018 hat die Zahl der Carsharer in Deutschland erstmals die Zwei-Millionen-Marke übersprungen. Der Zuwachs ist rasant. 2015 waren es erst 1,2 Millionen Nutzer.

Bundesweit gibt es inzwischen 165 deutsche Carsharing-Anbieter, die in 677 Städten und Gemeinden - 80 mehr als 2016 - ihre automobilen Dienste anbieten. Entweder holt man sich dabei das Fahrzeug an einer festgelegten Station ab oder man kann es in einem bestimmten Bereich per App suchen und reservieren (Free-Floating).

Carsharing sei nach wie vor ein »kleiner Markt«, so der Branchenverband. Die Zuwachsraten zeigten aber, dass »wir die Nische verlassen«, meint Referent Gunnar Nehrke. Die Branche trage wesentlich zur Verkehrswende in Deutschland bei.

Ob das wirklich so ist, dafür gibt es keine verlässlichen Angaben. Der Verband behauptet zwar, dass Fahrer oft keinen Bedarf mehr für ein eigenes Auto sähen - gerade wenn sie stationsbasiertes Carsharing nutzten. 78 Prozent dieser Kunden in innenstadtnahen Wohnlagen hätten demnach kein eigenes Auto mehr. Allerdings bleibt unklar, ob sie vielleicht bereits vorher keins besaßen oder ihr Fahrzeug ohnehin abschaffen wollten.

Auch der steile Anstieg der Nutzer über die Zwei-Millionen-Marke gebe nicht zwangsläufig die tatsächliche Entwicklung wider, wenden die Innoz-Forscher ein. Sie hatten in einer Studie die Fahrzeugbewegungen eines Free-Floating-Anbieters in fünf Städten gemessen. Das Ergebnis: Es gibt immer mehr Nutzer, aber es wird nicht automatisch mehr gefahren. Viele Neukunden halten sich Carsharing eher als Reserveoption offen und stellen nicht sofort ihr gesamtes Fahrverhalten um.

Angesichts der Debatten um Luftschadstoffe und Klimaschutz würden die Carsharing-Anbieter gern noch größere Anteile an E-Fahrzeugen in ihren Flotten haben - allerdings müsste, fordert Nehrke, die »Wirtschaftlichkeit« der Elektrofahrzeuge sichergestellt sein und die Förderprogramme des Bundes besser an die Anforderungen der Carsharing-Angebote angepasst werden. Angesichts der derzeit noch exorbitanten Kaufpreise von E-Autos wäre ein gemeinschaftliches Anschaffen und Nutzen eines solchen Fahrzeugs ohnehin eine gute Lösung.

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